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Ein Denkmal zum Wohnen

Sedlitzer sanieren das älteste Haus

Es ist ihr Lebenswerk: Kerstin und Klaus-Dieter During sanieren das älteste Wohnhaus in Sedlitz. Im Herbst soll es fertig sein. Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September öffnen sie die Türen für interessierte Besucher. FOTO: LR / Jan Augustin

Sedlitz. Kerstin und Klaus-Dieter During arbeiten an ihrem Lebenswerk. Liebevoll bauen sie aus.

Die Klinkerstein-Häuser in der Sedlitzer Bahnhofstraße stehen alle akkurat in Reihe und Glied. Nur ein Gebäude ist nicht parallel zum Weg ausgerichtet: die Nummer 10. Als 1803 ein verheerender Brand den kompletten Ortskern auslöschte, blieb etwas Abseits gelegen nur das schilfbedeckte Schäferhaus stehen. Bis heute. So zumindest ist es in der Chronik nachzulesen, erzählt Klaus-Dieter During (60) im Garten hinter dem Haus. Gemeinsam mit seiner Frau Kerstin (57) saniert er seit anderthalb Jahren das mit Abstand älteste bewohnte Gebäude in Sedlitz. Liebevoll, mit viel Eigenleistung und denkmalgerecht. „Das ist unser Lebenswerk“, sagt Kerstin During. Spätestens im Herbst soll es abgeschlossen sein. „Wenn es fertig ist, wird es ein echter Hingucker“, verspricht Klaus-Dieter During.

Doch auch schon jetzt beeindruckt das Gebäude mit seinem historischen Aussehen. Nichts ist hier gerade, die Decken flach. Am Eingang stößt sich der Besucher den Kopf, wenn er ihn nicht einzieht. Die Mauern werden durch ein Lehmgemisch und Holzpfosten zusammengehalten. An den Giebeln setzen sich die dunklen Holzbalken in Fachwerkbauweise sichtbar ab. Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will, kann das am Sonntag in einer Woche tun. Zum Tag des offenen Denkmals der Deutschen Stiftung Denkmalschutz schließen auch die Durings ihr Haus von 10 bis 18 Uhr für Besucher auf. Insgesamt öffnen deutschlandweit mehr als 7500 historische Baudenkmale, Parks und  archäologische Stätten ihre Türen.

Für die Sanierung bekommen die Durings von der Stiftung eine Förderung von rund 10 000 Euro. „Das ist schon eine Hilfe“, betont Kerstin During. Insgesamt koste das Projekt etwa 70 000 Euro. Haus und Grundstück haben sie zwar geerbt, für den Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes und die Frührentnerin ist das trotzdem eine Stange Geld. Die Entscheidung, nach 18 Jahren aus dem Mietverhältnis auszusteigen und dafür eine monatliche Rate für den Kredit an die Bank abzudrücken, bereuen sie keine Sekunde.

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