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Heimatgeschichte

Erst Katzenköppe, jetzt Asphalt

Das historische Foto aus dem Spätherbst 1928 zeigt in etwa die gleiche Straßenperspektive. Der Bautrupp der Franke-Werke schloss die Trasse an das zentrale Abwassernetz an. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Senftenberg. Monika Gertler aus der Senftenberger August-Bebel-Straße hat ein Foto gefunden, das den Straßenbau vor ihrem Haus Ende 1928 zeigt. Gut 90 Jahre später wird jetzt wieder vor ihrem Gehöft gebuddelt.

Die August-Bebel-Straße ist derzeit eine Großbaustelle. Seit März wird die Nord-Süd-Verbindung grundhaft saniert. Derzeit sind die Arbeiter mit der Erneuerung des Schmutzwasserkanals im nördlichen Teil der Trasse beschäftigt. Er befindet sich bis zu fünf Meter tief unter der Fahrbahn.

Rund 90 Jahre ist die Straße sanierungstechnisch nicht mehr angefasst worden. In den Jahren 1928/1929 wurde die damalige Bismarckstraße an das Senftenberger Abwassernetz angeschlossen. Anwohnerin Monika Gertler hat ein Foto gefunden, das die damaligen Bauarbeiten direkt vor ihrem Haus zeigt. „Das Bild präsentiert einen Bautrupp der Franke-Werke, datiert auf den 20. November 1928. Ein Nachbar hat es mir überlassen, weil ich mich für die Geschichte unserer Straße interessiere“, berichtet die 77-Jährige. Den Bauarbeitern standen damals nur Schippen und Spitzhacken zur Verfügung, alle Tätigkeiten erfolgten per Hand.

„Bevor diese Arbeiten begannen, war die einstige Ortsdurchfahrt von Thamm, einem Vorwerk, eine echte Bauernstraße, befestigt mit Feldsteinen. Die Lausitzer sagen dazu Katzenköppe“, erklärt Gertler. Nach dem Abschluss der Leitungsverlegung diente Granitpflaster als Fahrbahn.

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