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Steinbruch am Senftenberger See

ICE rast auf Koschener Grauwacke

Blick auf den Großkoschener Steinbruch. Dessen Vorräte reichen noch bis ans Ende des 21. Jahrhunderts.FOTO: Basalt AG Großkoschen

Großkoschen. Das Hartgestein vom Koschenberg am Senftenberger See ist überregional gefragt. Das Material dient nicht nur im Straßenbau, sondern hält ICE-Züge sicher auf den Gleisen.

40 000 Fernzüge mit 15,5 Millionen Passagieren pro Jahr, Reisegeschwindigkeiten bis 280 Kilometer je Stunde: Die ICE-Strecke zwischen Hannover und Würzburg gehört zu den am meisten frequentierten Bahntrassen Deutschlands. Doch ab 11. Juni rollt für ein halbes Jahr kein Intercity-Express mehr über den knapp 100 Kilometer langen Abschnitt zwischen Hannover und Göttingen. Der Grund: Die Strecke wird komplett erneuert. Neben Gleisen, Weichen und Signaltechnik erhält die Trasse ein neues Schotterbett. Künftig werden die Züge über Grauwacke vom Koschenberg rasen.

Der Steinbruch Großkoschen der Basalt-Actien-Gesellschaft (BAG) liefert einen Großteil des benötigten Hartgesteins. „Die Bahn gehört zu unseren wichtigsten Abnehmern“, sagt Matthias Zeipert, Technischer Leiter Ost bei der BAG. Dazu zählen auch mehrere Bauprojekte in der Region. Unter anderem stammt der neue Schotter in den Gleisbetten im umgebauten Bahnhof Ruhland aus Großkoschen, ebenso auf Abschnitten der grundsanierten Bahntrasse zwischen Berlin und Dresden. Die Grauwacke trägt das aus Schwellen und Schienen bestehende Gleisrost. Sämtliche, von den Zügen ausgehende Belastungen muss das Material aufnehmen, ebenso eine zügige Entwässerung garantieren.

Im vergangenen Jahr sind am Koschenberg rund 1,8 Millionen Tonnen Grauwacke abgebaut worden. Damit bewegt sich der Betrieb auf dem gleichen Niveau wie in den Jahren zuvor. Direkt nach der politischen Wende, als der Nachholbedarf in den neuen Bundesländern enorm hoch war, kamen die Großkoschener auf jährliche 2,0 Millionen Tonnen Gestein.

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