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Streit um Grundstücksverkäufe am Senftenberger See

Anwohnerprotest in Buchwalde

In Buchwalde will die Stadt Senftenberg vier Grundstücke verkaufen. Ein öffentlicher Spielplatz, ein Teil eines Wanderweges, Parkplätze und Obstbäume sollen weichen. Nachbarn wollen das Vorhaben stoppen. Sie kritisieren die Kommunikationspolitik der Stadt scharf.FOTO: LR / Jan Augustin

Senftenberg. Zu Luxuspreisen will die Stadt Senftenberg vier Grundstücke für neue Eigenheime verkaufen. Nachbarn der Flächen kritisieren das Vorhaben scharf und wollen es stoppen.

Im ehemaligen Dorf Buchwalde erinnert nicht mehr viel an die alten Zeiten. Der Wohnplatz im Südosten von Senftenberg hat sich in den vergangenen 25 Jahren zu einer beliebten und dicht besiedelten Gegend am See gemausert. Überall schicke Ein- und Zweifamilienhäuser mit kleinen Grundstücken, die nicht viel Freiraum zulassen. Auf einem schmalen grünen Streifen aber, der von einem Wanderweg in die Stadtmitte begrenzt wird, wächst eine Streuobstwiese mit Pflaumen- und Nussbäumen. Gefragt bei Alt und Jung ist auch der Spielplatz hier mit allerlei Geräten und Anlagen. Doch droht dieser kleinen Oase im Osten von Buchwalde nun das Aus.

Nachdem die Senftenberger Ratsrunde vor fast drei Jahren unter Protest einen ersten Anlauf für den Verkauf dieser Fläche unternommen hat, läuft nun seit einigen Tagen die Ausschreibung. Grundlage ist ein Stadtverordneten-Beschluss von November vergangenen Jahres. Wieder hagelt es Kritik von benachbarten Anwohnern. „Die fehlende Informationspolitik der Stadt ist unmöglich“, sagt Katrin Schöning. Von der Ausschreibung erfahren habe sie durch den Schaukasten am Rathaus. Die Streuobstwiese sei vor Jahren als „absolutes Heiligtum“ behandelt worden, jetzt aber sollen Teile davon für Baugrundstücke verschwinden, die sich nur Vermögende leisten können, schimpft die 57-Jährige.

In der Tat liegen die verlangten Quadratmeterpreise deutlich über dem Durchschnitt. Das Mindestangebot ist mit 120 Euro angegeben, doppelt so viel wie der Bodenrichtwert für diese Gegend. Für die vier angebotenen Parzellen mit Flächen zwischen 600 und 1735 Quadratmetern würde die Stadt bei einem Verkauf mindestens 538 800 Euro einnehmen. Allerdings: Vorrangig sollen die Grundstücke über Erbaupachtverträge vergeben werden. Das bestätigt Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD).

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