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Senftenberger verlieren Busverkehr

Ungewiss ist auch die berufliche Zukunft des Senftenberger Busfahrers Steffen Schwarze (49), hier bei der Fahrzeugwäsche.FOTO: Jan Augustin

Senftenberg/Lübbenau. Die Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck aus Zittau hat die Ausschreibung für den Busverkehr im Oberspreewald-Lausitz-Kreis gewonnen. Wie es jetzt mit der Südbrandenburger Nahverkehrsgesellschaft weitergeht, ist offen. Die Beschäftigten "haben die Schnauze voll".

Von August 2017 an wird in den nächsten zehn Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit ein anderes Unternehmen als die Südbrandenburger Nahverkehrs GmbH (SBN) den Busverkehr im Oberspreewald-Kreis bedienen. Nach RUNDSCHAU-Informationen hat die Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck (KVG) aus Zittau die umstrittene Ausschreibung gewonnen. Die Einspruchsfrist ist abgelaufen, das Ergebnis wird jetzt aber noch von der Vergabekammer des Landes Brandenburg geprüft, teilt Kreissprecherin Marlen Weser auf Nachfrage mit. Die Leistung umfasst den kreisweiten Regionalverkehr sowie den Stadtverkehr in Senftenberg mit drei Linien und Lübbenau (eine Linie).

Für den Betriebsratsvorsitzenden der SBN, René Walter, wird mit dieser Nachricht eine seiner Befürchtungen wahr. Die Stimmung unter den Busfahrern sei aufs Äußerste gereizt. "Die Beschäftigten der SBN haben die Schnauze voll", teilt Walter mit. Der Lübbenauer ist stinksauer: "Der Busfahrer und die anderen Beschäftigten der Verkehrsunternehmen sind das letzte Glied in einer langen Kette von kollektivem Versagen der Politik beim Umsetzen der Verkehrsaufgaben im ÖPNV. Sie müssen für diese kranke Verkehrspolitik in Deutschland mit ihren gekündigten Arbeitsplätzen bezahlen."

René Walter und SBN-Geschäftsführer Wilfried Opitz hatten immer wieder kritisiert, dass bei der Ausschreibung allein der Preis das ausschlaggebende Kriterium ist. Außerdem tadelten sie, dass keine Arbeitnehmerübernahmeerklärung bei einem möglichen Betreiberwechsel festgeschrieben war - obwohl das dem Kreis laut EU-Verodnung möglich gewesen ist. Nun müssen laut Walter alle rund 100 Mitarbeiter gekündigt werden und hoffen, vom Neuerwerber eingestellt zu werden. "Ob der neue Betreiber neue Vertragsangebote macht und wie schlecht diese dann aussehen werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht eingeschätzt werden."

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