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Jetzt ist auch die Grenzpulsnitz ausgetrocknet

Tettauer rettet Fische vor Dürretod

Der Tettauer Jens-Gerrit Eisfeld versucht, ein Fischsterben in der Grenzpulsnitz zu verhindern. Dazu lässt er fast ununterbrochen seit vier Tagen über einen 250 Meter langen Schlauch Grundwasser aus seinem Brunnen in den Fluss ein.FOTO: Mirko Sattler

Tettau. Jens-Gerrit Eisfeld pumpt seit Tagen sein Brunnenwasser in die ausgetrocknete Grenzpulsnitz.

Die anhaltende Trockenheit hat ihr nächstes Opfer gefunden. Nach der auf einer Länge von vier Kilometern versandeten Schwarzen Elster bei Senftenberg ist jetzt auch die Grenzpulsnitz bei Tettau ausgetrocknet. Der kleine Bach am Rande des Ortes in Richtung Schraden war zuletzt nur noch durch das Wasser der Pulsnitz am Leben gehalten worden. Doch die Schotten sind jetzt dicht. Der Gewässerverband Kleine Elster-Pulsnitz, der als Erfüllungsgehilfe des Landes Brandenburg agiert, hat das Wehr schließen müssen. „In solchen Extremsituationen hat jeder Tropfen Wasser in der Pulsnitz zu bleiben“, erklärt der zuständige Verbandstechniker Volker Lehmann. Der streng unter Natur- und Landschaftsschutz stehende Fluss sei ein Vorranggewässer. Das sei gesetzlich so geregelt.

Doch die Entscheidung, den Hahn abzudrehen, hat tödliche Folgen für die Fische in der Grenzpulsnitz. Wie viele Tiere dort bisher verendet sind, kann Volker Lehmann nicht einschätzen. Würde er das Wehr wieder aufreißen, argumentiert er, wären zwar vielleicht die Fische des Tettauer Baches gerettet. Dafür aber würden Tausende Fische in der Pulsnitz zugrunde gehen, sagt Lehmann.

Für den Tettauer Jens-Gerrit Eisfeld sei die Schließung des Wehrs zwar nachvollziehbar. „Den ganzen Bach absterben lassen – das finde ich nicht in Ordnung. Vielleicht kann man trotzdem eine Lösung finden“, sagt er. Mit einer unkonventionellen Aktion hat er jetzt Dutzende Fische vor dem sicheren Dürretod gerettet. Seit vier Tagen leitet der 53-Jährige das Grundwasser aus seinem Brunnen an eine Stelle im Bach ein. Die etwa 250 Meter Entfernung zu seinem Grundstück überbrückt er mit mehreren Schläuchen, die er sich extra gekauft hat. Eine Pumpe saugt das Wasser permanent nach oben. Sie läuft mal heiß, macht eine Pause, dann springt sie wieder an, schildert der Fischretter. Die Maßnahme ist bisher von Erfolg gekrönt. Die Lache, in der sich das Wasser sammelt, wird immer größer. Deutlich zu sehen sind schwimmende Fische, kleine wie große. Die Einrichtung eines Rückzugsbeckens für Notzeiten wie diese wäre aus Sicht des Forstwissenschaftlers eine Lösung, die mit relativ geringem Aufwand machbar sei.

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