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RUNDSCHAU-SERIE: MEINE HEIMAT OBERSPREEWALD-LAUSITZ

Ein Tierfreund mit Faible für alte Hühnerrassen

Dass sich die wuchtigen Brahmas frei auf dem Tierparkgelände bewegen dürfen, freut Siegmar Siewert besonders. Das bringe dem Objekt ein besonderes Flair, so der Senftenberger, der mit Holger Loser die immer seltener werdende Haustierrasse züchtet, sowie Thüringer Barthühner. Um jederzeit auf Fachwissen zugreifen zu können, sind beide dem KTZV Senftenberg und Umgebung beigetreten. FOTO: Uwe Hegewald

Senftenberg. „Heimat ist, wo wir unseren Lebensfaden festgemacht haben“, sagt ein Sprichwort. Die RUNDSCHAU besucht Menschen, um zu erfahren, wann, warum und wo sie ihren Lebensfaden im Kreis Oberspreewald-Lausitz festgemacht haben. Heute: Siegmar Siewert aus Senftenberg.

Erfahrung, Engagement, Geduld und manchmal auch etwas Glück werden benötigt, um bei seltenen oder sogar vom Aussterben bedrohten Tierarten Nachwuchs zu erzielen. Dem Senftenberger Tierpark ist das kürzlich geglückt. Bei einem älteren Pärchen der Roten Vari, einer selten gewordenen Lemuren-Art aus Madagaskar, hat sich Nachwuchs eingestellt. Die possierlichen Wesen sind nicht nur die Attraktion im Tierpark, sondern auch die Lieblinge von Siegmar Siewert. „Bei einer Reise nach Madagaskar habe ich die Tiere endgültig in mein Herz geschlossen. Im Jahr 2021 ist die nächste Reise geplant. Dann soll es auf einen anderen Teil der Insel gehen“, erzählt der Tierpark-Mitarbeiter.

Seit April 2012 ist der gebürtige Dresdner dort tätig, der von der Belegschaft kurz „Siggi“ genannt wird. Mit einem Rucksack voller Erfahrungen ist er in die Kreisstadt gekommen. Siegmar Siewert zählt auf: Nach einer dualen Ausbildung zum Tierpfleger, Fachrichtung Zoo, mit praktischer Ausbildung im Dresdner Zoo und theoretischem Unterricht in Berlin ging es für ein freiwilliges, ökologisches Jahr auf einen Reiterhof unweit der Elbmetropole. Es folgten ein 18-monatiges Engagement im Wild- und Freizeitpark Löffingen (Schwarzwald) und ein vier Jahre währender Job im Tiergehege Eisenhüttenstadt. In Senftenberg scheint er nun angekommen, was auch sein Beitritt in den Kleintierzuchtverein (KTZV) Senftenberg & Umgebung D 207 belegt.

Mit seinem Arbeitskollegen Holger Loser hat Siegmar Siewert eine Zuchtgemeinschaft gegründet und kümmert sich fortan auch um die Nachzucht von Thüringer Barthühnern und Brahmas, zwei Hühnerrassen, die immer seltener werden. „Es werden immer weniger Züchter, die sich alten Haustierrassen widmen. Das ist beim Geflügel zu erkennen, bei Schafen und Ziegen, aber auch bei Pferden und Rindern“, treibt es dem Senftenberger Sorgenfalten auf die Stirn. „Irgendwann stehen sie plötzlich auf der Roten Liste bedrohter Tierarten“, befürchtet er. Wenn Haustierrassen entsprechende Leistungen nicht erfüllen, wenden sich wirtschaftlich orientierte Züchter oder Halter schnell von diesen Tieren ab, so der 35-Jährige. Dabei sind die Brahmas für ihren besonders hohen Fleischertrag bekannt. „Ein Hahn bringt mal schnell 6,5 Kilogramm auf die Waage. Nur beim jährlichen Eierertrag von 80 bis 120 Stück hängt die Rasse anderen Artgenossen hinterher.“

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