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Umweltskandal in Großräschen

Reifenberg türmt sich am Altdöberner See auf

Dieser Reifenberg türmt sich am Rand einer Kiefernschonung unweit des Altdöberner Sees auf. FOTO: Andreas Drescher

Großräschen. Illegale Müllablagerungen in der Region nehmen stark zu. Abfallentsorger müssen daher perspektivisch die Gebühren erhöhen.

Das neue Jahr hat für Rudolf Rutzka mit einer unangenehmen Überraschung begonnen. Bei einem Rundgang in seinem rund elf Hektar großen Wald unweit des Südufers des Altdöberner Sees ist der Großräschener auf eine illegale Mülldeponie gestoßen. „Um den Jahreswechsel hat dort jemand einen riesigen Berg an Altreifen abgekippt“, berichtet Rutzka. Er schätzt, dass am Rand einer Kiefernschonung jetzt rund drei Tonnen des Gummimaterials lagern. „Vielleicht zwischen 400 und 500 Pkw-Reifen“, sagt der Senior.

Rudolf Rutzka vermutet, dass der Verursacher detaillierte Ortskenntnisse verfügen müsse. „Die Reifen sind rund 200 Meter von der Straße, die von Kunersdorf auf die Verbindung zwischen Lubochow und Pritzen führt, abgelagert. Zum einen handelt es sich um eine weltabgeschiedene Gegend, wo kaum ein Mensch hinkommt. Zum anderen hat der Täter den Standort so geschickt gewählt, dass er problemlos hinein- und wieder heraus fahren konnte.“

Sofort nach dem Bekanntwerden der Reifendeponie hat Rudolf Rutzka bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Das bestätigt die Cottbuser Polizeisprecherin Ines Filohn. Mehr noch: „Selbstverständlich werden wir vor Ort nach Spuren suchen. Bislang wurde noch kein Verursacher ermittelt.“ Ihren Angaben zufolge ist der Ordnungsbehörde im Oberspreewald-Lausitz-Kreis kein vergleichbarer Fall bekannt. Hin und wieder werde die Polizei zwar zu Fahrzeugwracks, manche auch ausgebrannt, gerufen, doch mit einem solchen Reifenberg wurden die Beamten bislang nicht konfrontiert. Der Landkreis wird sich um die Deponie kümmern“, kündigt Ines Filohn an.

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