ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Regenerative Energien

Vestas plant neue Windräder in Tagebauen

Vestas-Fabrikchef Bjarne Siig (l.) und Wirtschaftsminister Jörg Steinbach haben in Lauchhammer über die Zukunft der Windenergie diskutiert. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Lauchhammer. Windenergie statt Braunkohle: So stellt sich das Unternehmen Vestas die Zukunft in der Lausitz vor.

Fast 60 Windräder drehen sich im Klettwitzer Windpark. Sie versorgen nach Angaben der Gemeinde Schipkau rund 50 000 Haushalte mit Strom. Die Anlagen haben eines gemeinsam: Sie wurden ab Ende der 1990er-Jahre durch die Firma Vestas durchweg auf Kippenland errichtet. Jetzt könnten sie Gesellschaft bekommen. Denn das Unternehmen, das seit dem Jahr 2002 in Lauchhammer das Rotorenwerk betreibt, plant, weitere Windräder auf Standorten in Tagebauen zu etablieren. Das hat Unternehmenssprecher Johannes Schiel beim Besuch von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) in Lauchhammer angekündigt. „Unsere Idee ist“, so erklärt der Experte, „die Lausitz als Energieregion zu erhalten“. Was Vestas allerdings konkret vorhat, will Schiele noch nicht verraten. Nur so viel: Es handelt sich um Flächen gar nicht weit von unserem Werk in Lauchhammer entfernt.“ Damit wolle die Firma ein deutliches Zeichen für den Lausitzer Strukturwandel setzen. Denn bis zum Jahr 2038 solle die Braunkohlenförderung und Verstromung in Deutschland ein Ende haben. Daher böten sich die alten Gruben als Standorte für künftig regenerative Energiequellen an.

Nach Angaben von Minister Steinbach müssen im Zuge des Kohleausstieges die Nachnutzungskonzepte für die Tagebaue ohnehin neu gedacht werden. Wir brauchen intelligentere Lösungen als immer neue Restseen“, sagt er. Allerdings gibt der Politiker zu bedenken, dass zunächst der Kohleausstieg ins Gesetzesform gebracht werden müsse. Darüber hinaus regt Steinbach das Vestas-Unternehmen an, eine strategische Partnerschaft mit weiteren Energielieferanten einzugehen. Als Beispiel führt der Experte das Thema grüner Wasserstoff an. Der regenerativ erzeugte Wasserstoff gelte als wichtiger Pfeiler der Energiewende. Tatsächlich betreibt Vestas in Australien bereits ein Hybridprojekt. „So etwas wäre auch in Deutschland umsetzbar“, sagt Johannes Schiel.

Das Rotorenwerk in Lauchhammer befindet sich nach Angaben der Vestas-Geschäftsführung auf sicherem Fundament. Derzeit stehen rund 1300 Beschäftigte in Lohn und Brot. Hergestellt werden drei verschiedene Rotorblattgrößen, die Längen zwischen 55 und 67 Meter aufweisen. Pro Jahr verlassen rund 1000 Rotorblätter das Werk im Lauchhammeraner Süden. 30 bis 40 Prozent davon werden in Deutschland verkauft.

top