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Atlas kauft Großräschener Firma - Staatsanwaltschaft ermittelt noch

Starz startet nach Wirtschaftskrimi neu durch

Mit diesem Team hat der Großräschener Kabelkonfektionierer Starz am Mittwoch den Neuanfang unter neuem Eigentümer gestartet.FOTO: Steffen Rasche

Großräschen. Der Kabelbaumproduzent Starz aus Großräschen ist von der Atlas-Gruppe übernommen worden. Am Mittwoch nahm ein kleines Team die Arbeit wieder auf. Alles gut? Mitnichten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Der Plot für den Wirtschaftskrimi ist schnell erzählt: Eine internationale Investmentfirma übernimmt eine insolvente Firma in der ostdeutschen Provinz, zahlt den Kaufpreis aber nie und treibt das Unternehmen weiter in den Ruin. Opfer sind vor allem die Mitarbeiter, die seit Monaten auf ihre Löhne warten. Die Hoffnung hat jetzt ein Retter gebracht, der einen Neuanfang wagt. Es geht um die Firma Starz Bordnetze GmbH in Großräschen.

Und so ist der Lausitzer Wirtschaftskrimi im letzten halben Jahr tatsächlich geschrieben worden:   Das Unternehmen Starz war bis vor einiger Zeit einer der führenden Hersteller von Kabelsätzen für Sonderfahrzeuge. Die Produkte werden insbesondere in Bau-, Land- und Forstmaschinen und in Feuerwehrfahrzeugen verbaut. Neben Großräschen gibt es Standorte in Polen, Tunesien und China. Weltweit soll die Starz-Gruppe 720 Mitarbeiter beschäftigen. Im Jahr 2012 ist das Großräschener Unternehmen mit dem Brandenburger Zukunftspreis ausgezeichnet worden. Entstanden war die Firma 1990 aus dem volkseigenen Betrieb Plasticart. Nach dem Tod von Karl Starz hatten Andreas Kehrel und seine Ehefrau Brigitte Kehrel das Unternehmen im Jahr 2000 gekauft und zu einem Vorzeigebetrieb gemacht.

Doch das ist er schon seit einiger Zeit nicht mehr. Mehrere Mitarbeiter und ehemalige Beschäftigte bestätigen das gegenüber dieser Zeitung. Vorläufiger Tiefpunkt ist die im Januar dieses Jahres angezeigte Insolvenz. Hoffnung keimt in Großrä­­schen auf, als drei Monate später der Einstieg der in Kopenhagen firmierenden NorthCapital Holding ApS vermeldet wird. Nach eigenen Angaben operiert die Investmentgesellschaft mit Edelsteinen, Öl und Gas. Ein Geschäftsbereich sei aber auch der Kauf von finanziell angeschlagenen Firmen und deren Ausbau zu profitablen Unternehmen.

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