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Handwerk

Ein-Mann-Betriebe gefährdenHandwerk im OSL-Kreis

Senftenberg. Zahl der Solounternehmer ist im Handwerkskammer- bezirk Cottbus seit 2004 kräftig gestiegen.

Immer häufiger sind im Landkreis Oberspreewald-Lausitz Solo-Selbstständige unterwegs. Doch viele von ihnen arbeiten nach Einschätzung der IG BAU unter schlechten Bedingungen – ohne soziale Absicherung und mit einem Einkommen, das teils unter dem Mindestlohn liegt.

„Gerade im Handwerk hat die Zahl der Ein-Mann-Firmen stark zugenommen – oft mit großen Abstrichen bei der Qualität“, sagt Regina Grüneberg. Die IG BAU-Bezirksvorsitzende kritisiert dabei Online-Portale wie MyHammer oder Helpling, die ein solches Geschäftsmodell unterstützten. „Zwar scheint ein Fachmann dort nur ein paar Klicks entfernt. Doch ein Großteil dieser sogenannten Gig-Worker arbeitet ohne Gesellenbrief und Renten- oder Sozialversicherung“, so Grüneberg.

Die IG BAU Südbrandenburg macht für den Trend insbesondere den Wegfall der Zulassungspflicht in vielen Handwerksberufen verantwortlich. Seitdem können sich etwa Fliesenleger ohne abgeschlossene Lehre selbstständig machen. Die Folge: Die Zahl der Fliesenlegerbetriebe im Bereich der Handwerkskammer Cottbus ist kräftig angestiegen – von 337 im Jahr 2004 auf 651 im vorigen Jahr. In der Gebäudereinigung – seit 2004 ebenfalls zulassungsfrei – zählt die Kammer im selben Zeitraum ein Plus bei den Betrieben von 177 Prozent.

(red/br)
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