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ich kaufe regional

Bei Gütesiegeln ist noch Luft nach oben

Senftenberg. „Ich kaufe regional“ ist für viele Lausitzer zum Schlagwort geworden. Doch was sind die Markenzeichen, Gütesiegel und Leuchttürme in der Region und wie seriös wird mit regionalen Eigennamen umgegangen? Die RUNDSCHAU hat sich umgehört.

Stephanie Guhl, Pressesprecherin von pro agro, dem Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin, kennt sich mit diesem Thema aus. „In Brandenburg gibt es mehrere regionale Gütesiegel“, sagt sie. Stellvertretend nennt die Projektleiterin Fachbereich Agrar- und Ernährungswirtschaft „Echt Fläming“, „Uckermark“, „Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin“, „Von hier“ oder das pro-agro- Siegel „Natürlich Brandenburg“. „Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz verwenden viele Unternehmen das Gütesiegel Spreewald, das vom Spreewaldverein vergeben wird“, fasst Guhl zusammen.

Mit der Gurke und dem Meerrettich tragen zwei Lebensmittel mit dem Gütesiegel der Dachmarke Spreewald zudem ein Gütesiegel der Europäischen Union: die geschützte geografische Angabe. Da Produzenten, die südlich des Amtsgebietes Altdöbern liegen, nicht zum festgesetzten Wirtschaftsraum Spreewald zählen, dürfen diese die begehrte Dachmarke auch nicht verwenden. Doch wo stehen die Leuchttürme von regionalen Genusshandwerkern des Altkreises Senftenberg? Anfängliches Achselzucken mündet bei Befragten meist in ein Benennen von Unternehmen, die es bereits zu überregionaler Beachtung gebracht haben: Hosenaer Fruchtsäfte oder Großrä­schener Wein werben mit ihren weiterverarbeiteten Produkten, deren Früchte hier heranwachsen. Bei Fleisch- und Wurstwaren vertrauen Kunden oftmals Landwirtschaftsbetrieben mit Direktvermarktung, wie etwa den Landfleischereien Proschim (SPN) oder der Landboden Bronkow Agrar GmbH (Amt Altdöbern). Deren Produktionsstätten liegen jedoch außer­halb des Altkreises Senftenberg.

Frank Neubert, von 2008 bis 2018 Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus in der Stadtverwaltung Senftenberg, weiß um vermeintlich kleinere Betriebe, die sich etabliert haben, wie etwa die Zauberglas GbR in der Innenstadt. Besonders beeindruckt zeigt sich der heutige Amtsdirektor von Altdöbern von den Entwicklungen beim „Scharfen Gelb“. „Ich kenne die Likör-Manufaktur von ihren Anfängen und ihren sehr bescheidenen Vorhaben, jährlich 1000 Flaschen auf den Markt zu bringen“, so Neubert. „Inzwischen sind es 3500 bis 4000 Flaschen am Tag“, teilt Heiko Tänzer mit. An der Seite von Danilo Trasper bildet er die Geschäftsführer-Doppelspitze des Betriebes. Bundesweit sind es rund 500 Shops, in denen „Scharfes Gelb“ zu haben ist. Heiko Tänzer betont, dass alle Liköre auf hauseignen Rezepten beruhen und die Produktion ausschließlich im eigenen Hause passiert. „Bei den Rohstoffen greifen wir auf zuverlässige Bezugsquellen zurück, die bereits in der Bäckerei verarbeitet wurden, die früher einmal an diesem Standort präsent war“, sagt er.

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