ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Sparkasse Niederlausitz gibt Entwarnung und erzielt Rekordergebnis

Prämiensparer können hier aufatmen

Senftenberg. Anders als in Märkisch-Oderland wird die Sparkasse Niederlausitz keine Verträge kündigen – und bekommt dafür Lob von der Verbraucherzentrale.

Mehr als 7000 Kunden, die bei der Sparkasse Niederlausitz einen Prämiensparvertrag abgeschlossen haben, „brauchen sich überhaupt keine Sorgen machen“. Das bestätigt Vorstandschef Lothar Piotrowski. „Wenn wir einen Vertrag schließen, schließen wir einen Vertrag“, betont er. Prämienspar-Verträge sind über 25 Jahre, 99 Jahre oder unbefristet angelegt. Der Kunde zahlt regelmäßig ein und bekommt dafür Zinsen plus Prämien, die über die Jahre steigen. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase lohnt sich dieses Modell für die Geldhäuser nicht mehr. Neue Verträge schließt deshalb auch die Sparkasse Niederlausitz nicht mehr ab. Aber kündigen? „Bei uns gibt es das nicht“, sagt Lothar Piotrowski.

Anders in Märkisch-Oderland. Dort hat die Sparkasse seit diesem Sommer Prämiensparverträge gekündigt. Unrechtmäßig, glaubt die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB). Sie prüft derzeit eine Klage gegen das Geldinstitut. Das bestätigt VZB-Referentin Annalena Marx. „Die Verbraucherzentrale will erreichen, dass die Sparkasse diese unlauteren Kündigungen unterlässt und Verbraucher ihre bereits durch das Geldinstitut gekündigten Verträge wieder aufnehmen können“, teilt sie mit. Bei den Kündigungen berufe sich die Sparkasse MOL auf die anhaltende Niedrigzinsphase und auf eine mit dem Kunden angeblich vereinbarte dreimonatige Kündigungsfrist. Jedoch: „In den uns vorliegenden 99-Jahresverträgen findet sich keine explizit für die Sparkasse vereinbarte Kündigungsfrist“, sagt Erk Schaarschmidt, Finanz-Experte bei der VZB. „Unserer Ansicht nach führt die Sparkasse MOL ihre Kunden damit in die Irre. Sie erweckt den Eindruck, die Sparkasse dürfe die Verträge auf Grund einer regulär vereinbarten Kündigungsfrist ordnungsgemäß kündigen. Das ist unserer Rechtsansicht nach falsch“, betont der Verbraucherschützer.

Auch der Chef der Sparkasse Niederlausitz spricht von juristischen Winkelzügen, die einige seiner Kollegen dort ausnutzen. Verständnis für dieses Geschäftsgebaren habe Lothar Piotrowski nicht. „Das muss jedes Haus selbst entscheiden“, sagt der 63-Jährige. Und die reagieren auf Anfragen der Verbraucherzentrale höchst unterschiedlich, meist unvollständig und überwiegend zurückhaltend. Allein die Sparkasse Niederlausitz antwortet umfassend. Dazu meint VZB-Geschäftsführer Christian A. Rumpke: „Wir freuen uns, dass es positive Beispiele von Vertragstreue gibt. Die Aussprache einer rechtssicheren Garantie auch gegenüber den Sparern begleiten wir gern. Bei allen anderen Sparkassen können wir leider keine Entwarnung geben.“

top