ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Ausstellung im Rathaus Spremberg

Die ganze Pracht der Nixenkleider

Zehn der Spremberger Spreenixen präsentieren sich mit Cornelia Hansche (unten r.) und Schneidermeisterin Petra Höwt (3. v. l.) . FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit

Spremberg. Aufwendig war der Aufbau der neuen Ausstellung im Rathaus – aber es hat sich gelohnt.

Die Stickereien erinnern an Muscheln, Blüten, Sterne. Die Pailletten wirken wie Tropfen. Leichte Stoffe verhüllen die Schulter, wehen um die Beine. Schwere Stoffe – grün wie Schilf oder Klee, türkis, azur- und nachtblau – liegen an der Taille, halten als Schleppe. Auch die Kronen, die Jens-Uwe Winkler mit Blüten, Muscheln, Bändern und Perlen gestaltete, sind zu sehen. Seit 23 Jahren hat Spremberg eine Spreenixe. Einmal all die Kleider der jungen Damen bewundernd abschreiten – das können jetzt die Besucher des Rathauses.

Am Freitag wurde unter dem Titel „Spremberger Spreenixen – Eine Zeitreise von Beginn bis in das Heute“ eine der schönsten Ausstellungen, die im Rathaus-Foyer Platz finden, eröffnet. Während auf der einen Seite die Kleider an Puppen ruhen, hängen an den Wänden Tafeln voller Fotos und Zeitungsausschnitte. Kinderzeichnungen sind dabei, Einladungskarten. Auf einer der Sondertafeln wird den Sponsoren gedankt. In der Vitrine haben die Nixen Erinnerungsstücke wie Bierdeckel, Tassen, ein Nixen-Relief, edle Tropfen, ein gehäkeltes Nixchen und Erinnungsalben zusammengetragen. Cornelia Hansche, Koordinatorin der Heimatfeste und Nixen-Mutter, erzählt, wie die Spreenixen mit ihren Kleidern, Koffern und Kisten vorm aufwendigen Aufbau der Ausstellung bei ihr ankamen. Nur Nixen-Schuhe sind kaum erhalten geblieben. Nicole Pietkiewicz, die amtierende Spreenixe, winkt ab: „In meinen zwei Jahren als 18. Spremberger Spreenixe habe ich vier oder fünf Paar Schuhe abgelaufen.“

Petra Höwt, die Schneiderin sämtlicher Nixenkleider, ist mit Sabine Mildner, die ihr bei mehreren Kleidern geholfen hat, und Frauen der Schneider-Innung zur Vernissage gekommen. Viele ehemalige Spreenixen und ihre Familien haben es auch geschafft. Hagen Rittel singt als Nachtwächter Kulke die Nixenlieder. Genug Puppen für die Kleiderschau zu bekommen, sei nicht einfach gewesen, sagt Cornelia Hansche: „Da halfen die Schneider-Innung, das Sonntagsche Haus, einige Spremberger, die solche Puppen privat haben, und zum Schluss im Stress noch mehrere Spremberger Gewerbetreibende.“

top