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ZDF dreht in der Spremberger Region

Der Tagebau lockt nach Welzow

Harald Müller erklärt Cornelia Donath (r.) und Peter Ruppert vom ZDF (2.v.l.), wie der Tagebau Welzow-Süd mit der Förderbrücke funktioniert. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit

Am „Fenster“ schauen täglich Touristen in den Tagebau Welzow-Süd. Von der „Neuen Landschaft“ ahnen sie an der Aussichtsplattform nichts.

Es steht nicht nur für die Welzower: das „Fenster“ zum Tagebau Welzow-Süd gleich hinterm Industrie- und Gewerbepark Ost. Auch viele Touristen steuern es auf dem Fahrrad, im Auto oder Reisebus an. „In ein paar Jahren ist der Tagebau hier weg“, sagt Harald Müller aus Gräfenhainichen. Deshalb wolle er ihn dem Enkel noch einmal zeigen. Dass neben den Kraftwerken, den Tagebauen und umliegenden Städten auch Moskau einen Pfeil mit der Entfernung in Kilometern an der Aussichtsplattform bekommen hat, quittieren viele Besucher mit einem Kopfschütteln und dem Kommentar „wie in DDR-Zeiten“. Doch Müller, der als Ingenieur für Elektrotechnik oft ins Lausitzer Revier geholt wurde, kann das erklären: Mit der großen Tagebautechnik sei Russland nach wie vor ein wichtiger Partner.

Mehrere Tafeln erklären die Eiszeit, den Tagebau, die Rekultivierung. Ein Ehepaar aus Norddeutschland liest die Texte bis zum Ende. Der Mann seufzt: „Hier ist noch offen, was alles wegkommt. Bis 2020 wird das entschieden“, erklärt er seiner Frau. Tatsächlich warten die Einwohner des Dorfes Proschim und eines Teils der Stadt Welzow auf die Entscheidung des tschechischen Bergbaubetreibers Leag. Das Warten ist schlimm, aber deshalb in eine Starre zu verfallen, das wollen die Stadtverordneten, Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD) und viele Bürger nicht. Mit dem Heranrücken der Absetzer soll ab dem Jahr 2021 am östlichen Stadtrand direkt vorm „Fenster“ die „Neue Landschaft Welzow“ geschüttet werden. Dann könnten Harald Müller und sein Enkel Simon, Wolfgang und Birgit Kock aus der Magdeburger Region und die übrigen Gäste noch einmal vorbeischauen. Entwickelt wird die neue Landschaft seit Dezember 2016 – mit BTU-Dozenten und Studenten, mit Bürgern, mit den Kommunalpolitikern. Eine Visualisierung mit Mountainbike-Park, Spazierwegen, Stufenhängen, Obstanbau und Regensammelbecken ist entstanden und fand in der Stadtverordnetenversammlung am 25. September 2018 fraktionsübergreifend breite Akzeptanz. Gefallen hat der Landschaftsarchitektin Christine Fuhrmann von der BTU und den Stadtverordneten die Idee, diese Grafik auf einer weiteren Tafel an die Aussichtsplattform am Fenster zu stellen. So könnten Einheimische wie Touristen vergleichen, wie aus der zerstörten Natur wieder eine Landschaft wird.

Noch fehlt die Tafel. Und bis sie steht, wird auch noch etwas Zeit vergehen, sagt Welzows Bergbaukoordinator Michael Pohl. „Es ist erst einmal ein Vorschlag, an dem wir intensiv weiterarbeiten“, sagt er. Dazu gehört, Lust zu machen zum Beispiel auf den Mountainbike-Park. So werden sich die Stadtverordneten demnächst mit einem Pumptrack beschäftigen, einem  kleinen Parcours, wo die Mountainbiker bereits üben könnten.

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