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Zeitloser Stil

Forscher folgen Spur einer Lampe

Ulrich Röthke vom Fachgebiet für Kunstgeschichte betrachtet die Produkte der Spremberger Firma Römmler als wegweisend für spätere Designs, zum Beispiel für diese Lampe und das Geschirr aus der DDR. FOTO: René Wappler / LR

Spremberg/Cottbus. Wegweisende Produkte schrieben Designgeschichte – und faszinieren die Wissenschaft.

Vom Schreibtisch des russischen Diktators führt die Spur nach Spremberg. Das Museum für politische Geschichte in Sankt Petersburg ließ das Arbeitszimmer von Josef Stalin nachbauen. Auf dem Tisch steht eine Lampe, die der Designer Christian Dell entwarf. Vor fast 100 Jahren arbeitete er im Auftrag der Spremberger Firma Römmler.

Die Lampe interessiert deutsche Forscher. Zu ihnen gehört der Kunsthistoriker Ulrich Röthke. Sein Büro befindet sich in einem Lehrgebäude der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus. „Die Geschichte der Römmler AG aus Spremberg finde ich überaus spannend“, sagt er. „Die Entwürfe des Designers Christian Dell führten zu wegweisenden Produkten.“ Diesen Aspekt wird im nächsten Jahr eine Ausstellung im Cottbuser Dieselkraftwerk beleuchten. Sie widmet sich der Bauhaus-Kultur. Deren Ideal lautete: Schön ist, was funktioniert.  

Plastikgeschirr, dessen Einzelteile sich ineinander stapeln lassen. Einfache, klare Formen, die sich heute bei Produkten von Ikea finden. Damals handelte es sich um gewagte Entwürfe. Ulrich Röthke sagt: „Spremberg schrieb Designgeschichte.“  Zu diesem Erbe zählt die Lampe auf dem Tisch des russischen Diktators, wie sie das Museum zeigt.

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