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Gysi in Proschim

Die Privilegien des Alters genießen

Nachdem Gesprächsabend signierte Gregor Gysi noch das ein oder andere Exemplar seiner Bücher und machte mit den Gästen Selfies. FOTO: Anja Guhlan

Proschim. Gregor Gysi las in Proschim vor 250 Gästen. Der Politiker  bleibt Publikumsmagnet.

 Im Schmeckerlein in Proschim mussten am Mittwoch noch Stühle nachgestellt werden, damit alle Gäste Platz fanden, die Gregor Gysi sehen und hören wollten. In einem moderierten Gespräch in der Veranstaltungsreihe „Menschen, die Mut machen“ mit der Inhaberin des Schmeckerleins, der ehemaligen Journalistin Sybille Tetsch, zeigte  Gregor Gysi sich wie man ihn kennt: eloquent, humorvoll und mit vielen offenen, gradlinigen Äußerungen zu allen angesprochenen Themen. Als er gleich zu Beginn mitbekam, dass es nur ein Mikrofon gab, was es zu teilen galt, gab er schon vorab kund, dass er es wohl nie wieder abgeben werde. Denn egal, ob persönliche oder politische Fragen: Gysi holt gerne aus. Aber so, dass der Hörer auch gut folgen kann.

Gregor Gysi, der zu den beliebtesten Politikern zählt, beantwortete zunächst die Frage von Sybille Tetsch zur Beteiligungsleidenschaft der Deutschen, die „heutzutage vollständig abhanden gekommen zu sein scheint“.  Lag die Wahlbeteiligung im Jahr 1990 noch bei 95 Prozent, ist die Beteiligung heutzutage rückläufig, weil laut Gysi „enttäuschende Fehler begangen wurden.“ Nach der politischen Vereinigung Deutschlands habe die BRD nichts verändert und sich nicht für den Osten interessiert. Dabei sei nicht alles schlecht gewesen. Im Bereich der gesundheitlichen Versorgung mit Polikliniken oder die Gleichstellung der Geschlechter sei die DDR weitaus weiter gewesen, nennt Gysi Beispiele.

Wie er sich einen idealen Staat vorstellt, lautete die nächste Frage: „Mit einer idealen Demokratie, in der ich König wäre“, witzelt er. Natürlich war die Antwort nicht Ernst gemeint. Für ihn brauche eine ideale Demokratie viel mehr einen chancengleichen Zugang zu Wissen und Bildung, Kunst und Kultur, so Gysi. Eine Demokratie bräuchte zunächst wahrheitsgemäße Informationen. Für ihn ist es zum Beispiel auch absurd, dass es in Deutschland 16 unterschiedliche Schulsysteme gibt, da Bildung auf Landesebene verankert ist. Vielmehr sollte ein gleichwertiges Bildungssystem her.

(ang)
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