ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Tyrannei in Spremberg

Kranker Mann terrorisiert seine Mitbürger

Etliche Zeugen geben im Prozess am Cottbuser Landgericht Einblick in ihre Furcht vor einem psychisch krankem Beschuldigtem. Der reagiert wütend.FOTO: Jan Augustin / LR

Spremberg/Cottbus. Etliche Zeugen geben im Prozess am Cottbuser Landgericht Einblick in ihre Furcht vor psychisch krankem Beschuldigtem. Der reagiert wütend.

Über die Stadt hinaus reicht das Netz der Menschen, die sich von einem psychisch kranken Mann aus Spremberg terrorisiert fühlen: Diesen Eindruck hinterlässt der jüngste Verhandlungstermin am Cottbuser Landgericht, bei dem in dieser Woche acht Zeugen ausgesagt haben – von Verwaltungsmitarbeitern über Bankangestellte bis zu einem früheren Rettungssanitäter. Zehn Minuten vor dem Ende der Beweisaufnahme gab der Beschuldigte selbst einen Einblick in sein Verhalten, indem er im Gerichtssaal eine Zeugin beschimpfte und seine Wut an den Mitarbeitern der Justiz ausließ.

Zur Mittagsstunde, nach fast dreistündiger Verhandlung, brüllte der 33-jährige Beschuldigte: „Ich finde das beschämend, das ist meine Meinung, Herr Richter!“ Kurz zuvor hatte eine 54-jährige Sonderpädagogin aus Spremberg als Zeugin von der psychischen Belastung erzählt, der sie ausgesetzt sei, seitdem der Mann ihren Sohn belästige und nicht davor zurückschrecke, ihr Auto zu demolieren und sie an ihrem Arbeitsplatz heimzusuchen. „Ich habe Angst davor, ihm zu begegnen“, sagte sie.

Daraufhin brach der Beschuldigte in eine Tirade wüster Beleidigungen aus – und lieferte damit selbst ein Indiz dafür, dass er tatsächlich zu den Aggressionen fähig zu sein scheint, mit denen er vielen Menschen in Spremberg Furcht einjagt.

top