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RUNDSCHAU vor Ort

Marktplatz braucht mehr als Vollsortimenter

Der Spremberger Stadtbulle ist Geschichte, aber die Innenstadt mit vielen Geschäften zu sichern, darum ringt Spremberg seit Jahren. FOTO: LR / Marcel Laggai

Spremberg. Die RUNDSCHAU lädt ein zu einer Diskussionsrunde über die Einkaufsinnenstadt. Ideen dafür gibt es viele. Doch wie kommen sie an?

„Für die Absicherung und Weiterentwicklung der Einkaufsinnenstadt Spremberg reicht es jedoch nicht aus, nur über Standorte für die Schule und einen Lebensmittel-Vollsortimenter zu sprechen.“ So endet das Fazit der aktuellen Quartiersbetrachtung für die Innenstadt Spremberg. Die Kommunalberater Mark Hädicke, Nils Meyer und Max Burger von der Beratungs- und Management-Gesellschaft Cima haben sie im Januar abgeschlossen. Drei Monate forschten sie, sprachen mit Kunden wie Händlern, mit Vertretern der Stadtverwaltung, mit Kommunalpolitikern. Sie haben das Einzelhandelskonzept der Stadt und die Schulentwicklungsplanung des Landkreises Spree-Neiße gesichtet. Und sie setzen Hoffnung in die neue City-Managerin Madlen Schwausch. Und sie bestätigen damit der Stadt, dass es richtig war, gemeinsam mit der Wirtschaftsförderin ASG eine solche Stelle zu installieren.

Was die Spremberger vor allem interessiert, und was die Kommunalberater am Ende ihrer Betrachtung zum Glück auch noch nennen, sind Handlungsempfehlungen. Spremberg hat eine schöne Innenstadt, auch wenn die Sanierung, die gleich nach der Wende auf den Weg gebracht wurde, längst schon wieder Risse zeigt. Aber Spremberg ringt seit Jahren – wie andere Kommunen auch – mit dem Leerstand von Läden, mit den Ansprüchen von großen Einkaufsketten, mit gut gemeinten Festen, die aber oft nur mit viel ehrenamtlichem Engagement aufrecht erhalten werden können. Gerührt erinnern alte Spremberger daran, wie viele Gaststätten und Lokale es mal in der Stadt gegeben habe.

Das Bürgerhaus am Markt, so empfehlen es die jungen Berater von der Cima, die allerhand Städte kennen, sollte durch einen Neubau  ersetzt werden. Im Erdgeschoss könnten Ladeneinrichtungen und im Obergeschoss altengerechte Wohnungen eingerichtet werden. Eine Kosten-Nutzen-Analyse solle vorab aber unbedingt Erhalt des Bürgerhauses und Neubau abwägen.

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