ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Bergbaufolgen

Kein „schwarzer Schnee“ von gestern

Jetzt soll sich die Landesregierung zum „schwarzen Schnee“ von Welzow und Proschim erklären. FOTO: Hannelore Wodtke

Potsdam/Welzow. BUND Brandenburg hat in Proben des Staubsturms vom März in Proschim und Welzow Schadstoffe nachgewiesen.

Es ist schon zwei Monate her, dass sich der Schnee um Proschim und Welzow (Spree-Neiße) schwarz eingefärbt hatte. Die Anwohner der Tagebau-nahen Ortschaften waren verunsichert. Ein außergewöhnlicher Fall, bei dem es sich nach Untersuchungen des Tagebaubetreiber Leag um feinen Kippensand gehandelt habe.

Doch für den BUND Brandenburg war das kein „schwarzer Schnee“ von  gestern. Nach einer von dem Umweltbund in Auftrag gegebenen Analyse des Materials vom März-Staubsturm enthielten die Proben neben anderen Stoffen Blei, Arsen und Quecksilber. Wie der BUND am Mittwoch mitteilte, habe der Staub große Mengen von Eisen und Schwefel aufgewiesen, was seine Herkunft aus dem Tagebau eindeutig belege. Darüber hinaus wurden vor allem Blei, mit einer Konzentration von 27 Milligramm/Kilogramm, Arsen (16,9 mg/kg) und Quecksilber (0,12 mg/kg) festgestellt.
„Die Staubbelastung der Tagebaurand-Siedlungen muss überprüft werden, die bisherigen Aussagen zu Feinstaub und Gesundheitsgefährdung sind wenig plausibel“, erklärte BUND-Landeschef Carsten Preuß. „Hier ist das Landesamt für Umwelt gefordert.“ Wie der Cottbuser Leag-Pressesprecher Thoralf Schirmer betonte, sei in den „von uns beauftragten und durch ein unabhängiges, dafür zertifiziertes Labor durchgeführten mineralogisch-petrographischen Begutachtungen für alle drei Messstellen festgestellt worden, dass es sich bei dem Staubniederschlag um Kippensande in einer für die Lausitz typischen Zusammensetzung handelt“.

Zu den vom BUND veröffentlichten Werten könne sich der Tagebaubetreiber nicht äußern, fügte Schirmer hinzu. Zum einen würden sie der Leag bislang nicht vorliegen. Zum anderen sei auch hier wie in früheren Fällen selbstständiger Probennahmen und -auswertungen des BUND, die sich später als nicht haltbar erwiesen hatten, zu fragen, „auf welche wissenschaftlich exakte und zertifizierte Weise die Probennahme und die Untersuchung der Proben erfolgte“.

top