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Nach Mühlrose-Entscheid: Droht doch Abbaggerung?

Proschim – ein Ort in der Schwebe

Der Braunkohletagebau Welzow Süd der Leag baggert unweit von Proschim Kohle ab.Sollte das Teilfeld 2 freigegeben werden, müsste der Ort umgesiedelt werden. FOTO: dpa / Patrick Pleul

Nachdem Mühlrose vor Kurzem grünes Licht für die Umsiedlung bekam, wächst auch in Proschim erneut die Sorge vor einer drohenden Abbaggerung des Ortes.

Es war ein regelrechter Paukenschlag, der vor gut einer Woche für ein mediales Donnerwetter sorgte. Der Energiekonzern Leag hatte unvermittelt verkündet, dass das sächsische Dorf Mühlrose – nach jahrelangem Warten – nun doch umgesiedelt wird und damit dem Tagebau Nochten Platz macht.

Keine 24 Kilometer Luftlinie von Mühlrose entfernt liegt Proschim. Die Leag-Entscheidung wird man dort mit gemischten Gefühlen aufgenommen haben. Steht der Ort doch ebenfalls bereits seit Jahren vor einer möglichen Umsiedelung. Proschim ist ein Ort mit zahlreichen historischen Backsteinbauten, dem man als Durchreisender nur auf den zweiten Blick ansieht, welche inneren Konflikte dort seit Jahren schwelen und die Dorfgemeinschaft spalten. Unweit der Dorfkirche steht jedoch ein Anhaltspunkt für die tief verwurzelte Sorge. Die Rede ist von einem Schild, welches der Wunsch „Stoppt die sinnlose Vernichtungen von Ansiedelungen!“ ziert und der somit indirekt vor der möglichen Zukunft des Ortes warnt.

Konkret geht es um die drohende Abbaggerung Proschims durch den Tagebau Welzow-Süd. Sollte das Teilfeld 2 von der Leag nun doch für die Kohleförderung freigegeben werden, müsste das Dorf weichen. Für die Proschimer ist es in erster Linie aber wichtiger, nun endlich Gewissheit zu haben, ob der Zukunft des Ortes. Das wünscht sich auch Fred Krüger, der sehr gern im Ort wohnt, wie er beteuert. Als angestellter Maschinist bei der Leag steht Krüger sprichwörtlich zwischen den Stühlen – ein Umstand, den viele in der Region nachvollziehen können.

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