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In Proschim leben sie seit 25 Jahren. Eine ganze Reihe Tannen haben sie auf ihrem Grundstück gepflanzt, einen Spielplatz für die Enkel gebaut, es sich schön gemacht. Fünf Nistkästen haben Platz. Auf die Gartenrotschwänzchen ist Kuschereitz besonders stolz. Und jetzt im Winter kommen zum Futterhäuschen auf dem Hof natürlich auch die Meisen.

Dass sich der Bagger kurz vorm Kohleausstieg 2038 doch noch Proschim greifen könnte, beschäftigt das Ehepaar. „Wir möchten schon gern bleiben“, sagt Bernd Kuschereitz, „aber wenn wir unbedingt gehen müssen, dann gehen wir auch. Wir werden schließlich nicht jünger und sind dann vielleicht dankbar für eine barrierefreie Wohnung. Doch ich verstehe auch die echten Tiefwurzler hier in Proschim.“ Damit meint er die Alteingesessenen, die hier aufgewachsen sind und wirklich an ihrer Heimat hängen.

Die 67 Jahre merkt man Bernd Kuschereitz nicht an. Er ist noch unheimlich agil. Und wenn er während des Gesprächs auf die Uhr guckt, zählt er die Stunden bis zum Trainingsbeginn. Er spielt in der Ü 50 beim SV Neupetershain. Für den Verein Borussia Welzow war er mehrere Jahre der Vorsitzende. Aber dann hat er das Amt in jüngere Hände abgegeben. „Auch eine Ü 50 kriegen wir in Welzow nicht mehr zusammen, deshalb haben wir uns mit den Neupetershainern vereinigt.“ Und dort lässt er sich die Sieben auf dem Trikot im Mittelfeld nicht nehmen. „Meine Frau begleitet mich immer  – auch zu den Turnieren. Dass sie stets an meiner Seite ist, wir uns immer haben, das gefällt mir so an ihr. Und sie hält meist auch meine Ironie aus.“

Dorothea Kuschereitz schmunzelt. Sie erlebe wunderbar viel an seiner Seite, sagt sie: Moränen und Rochen im Roten Meer. „Und eine Wasserschildkröte“, sagt sie und breitet die Arme aus, um die Größe anzudeuten. Bernd Kuschereitz hebt den Zeigefinger und ruft ihr lachend zu: „Das Glück, die Wasserschildkröte zu sehen, hattest aber nur du!“

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