ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Anreize gefordert

Kreisjagdverbandvorsitzender spricht sich gegen Saufang aus

Während man Dänemark einen 1,50 Meter hohen Wildschweinezaun zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gebaut hat, wird in Brandenburg eine alte Jagdmethode namens Saufang wiederbelebt, um der wachsenden Population Herr zu werden.FOTO: dpa / Carsten Rehder

Spremberg. Um der Schweinpest keinen Raum zu bieten, hat das Land eine alte Jagdmethode wiederbelebt. Dabei sind Anreize gefordert.

„Ausnahmesituation erfordert außerordentliche Anstrengungen“, so lautet die Überschrift einer kürzlich veröffentlichen Pressemitteilung vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandeburg. Das Schreiben bezieht sich auf die hochansteckende Afrikanischen Schweinepest (ASP) beziehungsweise deren mögliche Ausbreitung ins Land zu unterbinden. Zur regulären Bejagung des Schwarzwildes genehmigt die oberste Jagdbehörde seit kurzem den Einsatz von Saufängen – große Lebendfallen aus Holz oder Metall. „Saufänge können aus Sicht des Landes ein wirkungsvolles Instrument zur nachhaltigen Reduzierung von Wildschweinbeständen sein“, heißt es in der offiziellen Erklärung.

Für Marcel Grüneberg, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Cottbus/Spree-Neiße, ist die Wiederbelebung dieser alten Jagdmethode allerdings ein Schritt in die falsche Richtung. „Saufänge stellt man ja nicht einfach auf und wartet, bis er ‚zuschnappt’“, so der Weidmann. Schließlich müsse diese Falle mindesten zweimal täglich kontrolliert werden, heißt es weiter. „Zudem sind die Fallen auch mit sensibler Fototechnik versehen, die die Bilder weiterfunken und natürlich auch Geld kosten.“  Auch wenn das Land Schulungen für interessierte Jäger durchführt, gehen Beschaffung und Finanzierung der nötigen Jagdgegenstände zulasten des Jägers.

Unabhängig davon, ist diese Methode keineswegs umstritten, wie Grüneberg erläutert: „Solche Saufänge sind Stress pur für die Wildschweine und deshalb bin ich kein Freund dieser Variante.“

(mla)
top