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Naturschutz Spremberg

Artensterben auch an klarer Spree

Regelmäßige Treffen mit Vertretern des Bergbaubetreibers pflegt der Spremberger Nabu-Regionalverbandes: Hier ist Christina Paulo von der Leag im Gespräch mit Harald Peschel (l.), Wieland Böttger (r.) und Monika Tittler. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit

Wieland Böttger gibt den Spremberger Nabu-Vorsitz in jüngere Hände.

Wieland Böttger geht nicht so gern an der Spree in Spremberg spazieren. Lieber zieht er durch die Kuthen, an den Buckower See, oder zu den Fledermausquartieren in den Friedhofskapellen. „Aber ich habe es als Naturschutzhelfer übernommen, die Spree zwischen der Talsperre und Gallinchen regelmäßig zu beobachten. Dort ist die Spree glasklar. Doch ich stelle dort einen Artenrückgang fest.“ Er hat eine Vermutung: Dem Fluss könnte Phosphor fehlen. Die Stoffe, die im Kampf gegen die braune Spree eingesetzt werden, damit sich das Eisen in der Vorsperre und in der Talsperre absetzt, binden auch Phosphor. „Besonders Pflanzen, die viel Phosphor brauchen, sind im Bereich nach der Talsperre verschwunden.“

Wieland Böttger gibt sein Ehrenamt als Vorstandsvorsitzender des Regionalverbandes des Naturschutzbundes in Spremberg in jüngere Hände. „Ich werde in diesem Jahr 80.“ Treu bleibt er dem Regionalverband trotzdem: „Ich werde dem Vorstand mit meinen Erfahrungen helfen. Ich freue mich aber auch darauf, zwei, drei Themen zugeteilt zu bekommen, um die ich mich intensiv kümmern kann.“ Wenn er an die Gründung des Regionalverbandes zurückdenkt, schmunzelt Böttger. „Wir Spremberger, die mit dem Naturschutz etwas am Hut haben, waren damals in verschiedenen Fachgruppen und Arbeitsbereichen unterwegs. Ronald Beschow war bei den Ornithologen, Harald Peschel drängelte von Döbern aus, ich kam von der Wasserwirtschaft. Gemeinsam wollten wir etwas für die Spremberger Region erreichen. Zehn Gründungsmitglieder waren wir.“

Dass die Gründungsversammlung am 2. September 2006 im Wasserwerk stattfand, war kein Zufall. Der Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverband Spremberg (SWAZ) hatte eine gut strukturierte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme am Wasserwerk. „Diese Gruppe“, so Monika Tittler, stellvertretende Vortsitzende des Nabu-Regionalverbandes, „baute unsere wassertechnische Ausstellung hier auf.“ Auch sollte das Spülwasser aus dem Wasserwerk nicht länger ungereinigt in die Spree fließen. „Die Vorreinigungsanlage wurde gebaut und der Mäander-Graben“, so Böttger – und damit auch der obere Grundwasserspiegel angehoben für den kleinen Naturpark mit dem Lehrpfad.

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