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Spremberg

Sulfat überholt Eisenschlamm

Die Spree auf dem Weg von der Vorsperre in Bühlow zur der Hauptsperre mit Flora-Fauna-Habitat und Naturschutzgebiet. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit

Spremberg. Talsperre braucht für Eisen-Rückhalt mindestens zehn Millionen Kubikmeter Wasser.

Was der Regen am Freitag der Spree und der Talsperre Spremberg gebracht hat, erfährt zuerst in dieser Woche die länderübergreifende Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster, Lausitzer Neiße. Seit der Krisensitzung im August packt der Freistaat Sachsen auf die 20 Millionen Kubikmeter Wasser aus den Talsperren Bautzen und Quitzdorf drei Millionen Kubikmeter drauf. Aus den Speichern Lohsa II und Bärwalde fließen 3,6 Millionen Kubikmeter in die Spree. Nur stark sulfathaltiges Wasser aus dem Tagebau Nochten wird gedrosselt. Die Talsperre Spremberg selbst gibt 2,5 Millionen Kubikmeter Wasser ab. Zu wenig, sagt Benjamin Raschke von den Bündnisgrünen im Landtag: In Trockenzeiten könnte mehr Wasser durch die Talsperre bereitgestellt werden, wenn der alte Eisenhydroxid-Schlamm aus der Hauptsperre geräumt würde.

Tatsächlich ist die Spremberger Talsperre – seit 1965 in Betrieb – noch nie entschlammt worden. Wie Hans-Joachim Wersin-Sielaff, Pressesprecher des Ministeriums für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) bestätigt, gibt es auch keinerlei Pläne dazu. „Im Bereich des Flora-Fauna-Habitats und Naturschutzgebietes könnte eine Räumung sogar negative Auswirkungen auf die Biozönose haben“, sagt er.

Die Talsperre Spremberg hat einen Gesamtstauraum von etwa 42 Millionen Kubikmetern. Sie, so der Sprecher, teilten sich auf in 18 Millionen Kubikmeter Hochwasser-Rückhalteraum, 21 Millionen Kubikmeter Betriebsraum und drei Millionen Kubikmeter Reserveraum. „21 Millionen Kubikmeter Wasser sind im Betriebsraum, wenn wir von 92 Metern über Normalnull sprechen“, erklärt er. Das Dresdner Institut für Wasser und Boden (IWB) ermittelte 2013 einen Sedimentzuwachs von etwa 16 Millimetern pro Jahr. „Zudem unterliegen die Frischsedimente einer Alterung, die die Mächtigkeit der Ablagerung mit der Zeit reduziert“, so Hans-Joachim Wersin-Sielaff.

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