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Warnungen haben gefruchtet

Tierheime verhindern erfolgreich Verschenken von Vierbeinern

Annett Stange und ihre Mitarbeiter kümmern sich auch um Kater Kulle, dessen frühere Besitzerin im Krankenhaus behandelt wird.FOTO: LR / Rene Wappler

Vermittlungsstopp vor dem Jahreswechsel erwies sich im Spree-Neiße-Kreis als wirkungsvolle Aktion.

Der Rentner verstand die Welt nicht mehr. Kurz vor Weihnachten besuchte er das Tierheim am Schäferberg. Zwei junge Hunde wollte er als Geschenk für seine Enkeltochter mitnehmen. Doch die Mitarbeiter sprachen sich dagegen aus. Er könne gern noch einmal wiederkommen, sagten sie, am besten mit dem Kind und seinen Eltern, aber eine tierische Überraschung unter dem Weihnachtsbaum sei keine gute Idee. Verärgert fuhr er wieder nach Hause. Seitdem kehrte er nicht mehr ins Tierheim zurück.

Noch vor wenigen Jahren hätte die Chefin des Tierheims unzählige Episoden dieser Art erzählen können. Inzwischen gelten sie allerdings eher als Ausnahme, wie Annett Stange feststellt. „Ich habe den Eindruck, dass die Leute langsam umdenken“, sagt sie. Immer wieder wiesen Tierschützer darauf hin, dass sich Vierbeiner nicht als Weihnachtsgeschenk eignen. Immer wieder gaben Familien nach dem Jahreswechsel Hundewelpen im Tierheim ab, weil sie nicht mit ihnen zurechtkamen. Doch das kommt mittlerweile nur noch selten vor.

Dazu trugen die Mitarbeiter der Anlage am Schäferberg selbst bei. Sie beschlossen einen Vermittlungsstopp, der jeweils am 15. Dezember beginnt. „In der Weihnachtszeit schlagen die Emotionen besonders hoch“, sagt Annett Stange. „Da wollen viele Leute nur aus Mitleid ein Tier mitnehmen und merken erst später, dass sie sich damit überfordern.“ Wer es hingegen ernst meine, könne auch noch bis zum Beginn des Jahres mit seiner Entscheidung warten. Darüber hinaus sei es möglich, Spaziergänge mit den Hunden aus dem Tierheim zu unternehmen. So könnten sich Interessenten langsam mit dem Gedanken anfreunden, einen Vierbeiner zu adoptieren.

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