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Nach einer Anfrage bei der Landesdatenschutzbeauftragten

Sprembergs Webcam ist abgeschaltet

Die Webcam ist weg. Wegen einer Anfrage an die Landesdatenschutzbeauftragte wurde die Webcam auf der Internet-Seite www.stadt-spremberg.de vorerst abgeschaltet. FOTO: www.stadt-spremberg.de / Screenshot

Spremberg. Keine Bilder gibt es derzeit im Internet vom Spremberger Marktplatz. Warum? Das fragen auch RUNDSCHAU-Leser.

Die Webcam, die viele Jahre Bilder von Sprembergs Marktplatz für die Internetseite www.stadt-spremberg.de lieferte, ist seit zwei Wochen aus.  Andreas Bränzel, Chef der Dako Datentechnik GmbH, die der Stadt diesen Service kostenfrei zur Verfügung stellt, bestätigt das: „Wir sind sehr traurig, dass wir die Kamera abschalten mussten. Aber als kleineres Unternehmen sind wir mit der Bürokratie rund um den Datenschutz überfordert.“ Ein dem Unternehmen Unbekannter, so Bränzel, habe die Landesdatenschutzbeauftragte um Prüfung der Kamera gebeten. Mit dem Verdacht auf eine „unerlaubte Videoüberwachung“. „Daraufhin waren wir einem umfangreichen bürokratischen Vorgang ausgesetzt“, sagt Bränzel. Den könne er mit seinem Team im Moment nicht stemmen. Seit 2004 hat Spremberg die Webcam. Gäste schauten vorm Reiseantritt auf die Bilder und das Wetter, ehemalige Spremberger stillten hier ihr Heimweh. „Aus Gründen des Datenschutzes haben wir seit 20 Jahren keinen Livestream mehr wie anfangs, sondern es werden Standbilder aufgenommen, die alle 15 Minuten überschrieben und damit auch gelöscht wurden“, erklärt Bränzel. Die Standbilder seien in einer so verpixelten Auflösung erstellt worden, dass Gesichter und Kfz-Kennzeichen nicht zu erkennen waren. Auch der Spremberger Marco Moschall ist verärgert: „Wie kann ein einzelner Bürger die Webcam von Spremberg abschalten lassen, die einst von 25 000 Einwohnern akzeptiert wurde?“ Andreas Bränzel versichert: „Wir arbeiten daran, diesen Dienst wieder für unsere Stadt anbieten zu können.“

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