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Bürgermeisterin Herntier beim Frühstück des Unternehmerverbandes

Im Revier läuft die Zeit

Reinhard Schulze, der 1. Vizepräsident des Unternehmerverbandes Brandenburg (l.), hat mit Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier, Norman Müller von der Wirtschaftsregion Lausitz und Katrin Erb (r.), die die BTU Cottbus-Senftenberg vertrat, über die Zukunft der Lausitz diskutiert. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit

Spremberg . Struktur und Tempo: Unternehmerverband diskutiert in Spremberg über Zukunft der Lausitz.

Im Jahr 2014 hat sich Spremberg erstmals zum Strukturwandel positioniert. Da war Christine Herntier (parteilos) gerade als neue Bürgermeisterin gewählt. Der Strukturwandel lässt sie, die aus der Wirtschaft kommt, nicht wieder los. Das bringt Erfahrungen, Kontakte, einen Platz an der Quelle. Sie wird Mitglied der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“. Sie streitet für die Lausitzer Kommunen und muss in ihrer Stadt Kritik einstecken, dass sie nicht bei allen Festen erscheinen kann. Sie verweist auf ihr starkes Team im Rathaus. „Seit meiner Ausbildung, seit meinem Studium habe ich mir nicht mehr so viel Fachwissen angeeignet, wie in den vergangenen Monaten“, sagt sie.

Um 5 Uhr morgens war der Abschlussbericht der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ am 26. Januar in die Öffentlichkeit gegangen. An die Uhrzeit erinnert sich Christine Herntier am Donnerstag zum Forum „Die Zukunft der Lausitz“, zu dem der Unternehmerverband Berlin-Brandenburg (UVBB) ins Hotel „Stadt Spremberg“ eingeladen hatte, genau. Im September, so schätzt Reinhard Schulze, 1. Vizepräsident des UVBB, sei mit der gesetzlichen Grundlage zu rechnen. Es geht um den richtigen Einsatz von 40 Milliarden Euro. Für vier Reviere und sechs betroffene Bundesländer. Die Zeit läuft längst. Der Kohleausstieg 2038 steht fest. „Aber“, so fragt Sprembergs Bürgermeisterin, „ist die Zukunft der Lausitz auch schon beschlossen? Was steht im Vordergrund? Was wird wie umgesetzt?“ Die betroffenen Regionen, die Unternehmen brauchen Partner, mit denen sie Geschäfte machen können, so Herntier, und nicht „mehr Radwege, die am Ende den Kommunen auf die Füße fallen“. Nein, sie wolle nicht müde werden, den Abschlussbericht durchzusetzen. Die Zivilgesellschaft müsse einbezogen werden, Strukturentwicklungsgesellschaften seien in den betroffenen Revieren zu bilden.

Auf die Strukturentwicklungsgesellschaften als Anlaufstellen wartet die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), sagt Katrin Erb. „Dann können wir denen endlich sagen, was wir wollen.“ Die Leiterin der Abteilung für Wissens- und Technologietransfer der BTU versichert, dass längst Mitarbeiter betrachten, woran die Professoren und Dozenten mit ihren Studierenden arbeiten. Dass die BTU als wichtiger Partner in der Strukturentwicklung genannt wird, sei gut angekommen. Gemeinsam mit der Stadt Spremberg sei es gelungen, schnell eine Präsenzstelle nicht nur der BTU, sondern der gesamten Brandenburger Hochschullandschaft in der Langen Straße zu eröffnen. Damit sie optimal läuft, fehle noch eine zweite Fachkraft.

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