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Wirtschaftsförderer besucht Messe in Kursk

Firmen setzen auf Russland

Mehr als 200 geladene Gäste nahmen im Jahr 2016 am Jahresempfang der Stadt Spremberg teil, bei dem der Partnerschaftsvertrag mit der russischen Stadt Schelesnogorsk besiegelt wurde. FOTO: Martina Arlt

Spremberg. Warum sich Spremberg wie andere Städte der Lausitz so stark nach Osten orientiert.

Den Mitarbeitern des Spremberger Wirtschaftsförderers ASG steht erneut eine Reise nach Russland bevor. Im Juni nimmt eine Delegation an einer Messe in Kursk teil. Zeitgleich findet dort das Mittelrussische Wirtschaftsforum statt. Die Kontakte in Wirtschaft und Politik zwischen der Lausitz und Russland scheinen alle Krisen zu überdauern, mag der Ostblock auch im Jahr 1999 zerfallen sein.  Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) betont oft, wie wichtig ihr gute Beziehungen zu den Partnern in Kursk sind. Der stellvertretende Bürgermeister von Schelesnogorsk, Dmitry Georgiyevitch Gorfinkel, sagte beim Spremberger Empfang im August 2017: „Ich bin davon überzeugt, dass unseren beiden Städten eine gute Zukunft bevorsteht.“ Ein Unternehmen aus Kursk soll LED-Lampen nach Schwarze Pumpe liefern. Firmen aus der Lausitz hoffen wiederum, Aufträge aus Russland zu erhalten.

Dafür gibt es gute Gründe. Das sagt Silke Schwabe, die bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) internationale Projekte betreut. „Prinzipiell liegt Spremberg mit seinem Interesse an Russland richtig“, erklärt sie. Das Exportvolumen von Firmen aus dem Land Brandenburg nach Russland stieg im Jahr 2017 gegenüber dem Jahr 2016 von 187,3 Millionen Euro auf 217 Millionen Euro. Allerdings erreicht es damit noch nicht den hohen Wert des Jahres 2011. Damals lag das Volumen bei 415 Millionen Euro. In den Jahren darauf brach es ein. Nun erholt es sich allmählich wieder, „auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung in Russland nur sehr langsam wieder aufwärts geht“, wie Silke Schwabe von der IHK anmerkt.

Dabei bewertet die Mehrheit der Deutschen die engen Verbindungen der deutschen Energiewirtschaft zu Russland eher negativ. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2016 hervor. Sie trägt den Titel: „Partnerschaft unter Spannung“. Westdeutsche betrachten demnach diese Verbindungen besonders kritisch. 57 Prozent vertreten diese Ansicht im Westen, aber nur 45 Prozent im Osten Deutschlands. Zur Skepsis im Westen tragen außerdem das russische Eingreifen in Syrien  und die Politik in der Ukraine bei. Als weiteres Problem nennen die Befragten die Ängste Polens und der baltischen Staaten bezüglich potenzieller Sicherheitsrisiken, wie die Studie feststellt.

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