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Im Porträt

Sie kämpft weiter gegen die Kohle

Auf dem Briefkasten von Hannelore Wodtke klebt Werbung für die Energiewende. „Schon seit meinem Umzug nach Welzow“, sagt sie.FOTO: LR / René Wappler

Welzow. Warum Hannelore Wodtke aus Welzow auf ihrer einsamen Gegenstimme in der Kommission für Strukturwandel beharrt.

Die Demonstranten trommeln unten vor dem Fenster. 300 Beschäftigte der Kohleindustrie kämpfen in der Berliner Invalidenstraße um ihre Arbeitsplätze. Auf der anderen Straßenseite tagen die Mitglieder der Kommission für Strukturwandel, zu denen Hannelore Wodtke aus Welzow zählt. In alphabetischer Reihenfolge sitzen sie um den Konferenztisch im Ludwig-Erhard-Saal des Bundeswirtschaftsministeriums. Seit acht Uhr morgens brüten sie über ihrem Abschlussbericht.

An diesen Freitag der vergangenen Woche wird sich Hannelore Wodtke nach eigenen Worten noch lange erinnern. „Ich war seit Donnerstagmittag in Berlin, und erst am Samstagmorgen um 5.32 Uhr bin ich wieder in den Zug nach Cottbus gestiegen.“ Gegen acht Uhr habe sie ihre Haustür aufgeschlossen, abgekämpft und müde.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits beschlossen, dass sie gegen den Bericht der Kommission stimmen wird. Als einziges Mitglied. Solange er die Einwohner ihres Nachbardorfes Proschim nicht vor den Plänen für Tagebaugebiete schütze, könne sie ihm nicht guten Gewissens beipflichten. So lautete ihr Standpunkt am vergangenen Wochenende, und auf ihm beharrt sie. Trotz einer gewissen Erschöpfung.

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