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Polizeiarbeit

Görlitzer Polizeizellen haben Kinderzimmergröße

Auch die Volkspolizei der DDR durfte beim Tag der offenen Tür in Görlitz nicht fehlen - hier in Form der alten Polizeiautos. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack

Görlitz. Jedes Oberlausitzer Revier verfügt zudem über eigene Mini-Gefängnisse.

Sie sind gefliest, verfügen über jeweils ein Fenster ohne Öffnung und Ausblick, bieten eine Stehtoilette, eine Holzpritsche und einen Wasseranschluss. Mehr ist in den insgesamt drei Gewahrsamszellen der Polizeidirektion Görlitz nicht drin. „Mit einer Größe von zehn bis zwölf Quadratmetern sind sie etwa so groß wie ein Kinderzimmer“, zieht Polizeihauptmeister Steffen Schönfelder während des jüngsten Tages der offenen Tür in der Polizeidirektion einen schlüssigen Vergleich. Kinder werden dort allerdings nicht festgehalten, dafür Erwachsene, die krimineller Taten verdächtigt werden. Knapp 48 Stunden könne jemand in der Zelle zubringen. Bis dahin muss der Haftrichter entscheiden, ob es in Haft geht oder die Freilassung erfolgt.

Die spartanische Ausstattung geschieht nicht aus Rachegelüsten oder Böswilligkeit, sondern hat einen ganz einfachen Grund. „Die Gefangenen befinden sich zumeist in einer psychischen Ausnahmesituation“, erklärt Schönfelder. Mancher verfolge Selbstmordgedanken. Je weniger in der Zelle drin ist, desto geringer sei die Verletzungsgefahr.

Zudem habe der Häftling die Zeit im Gewahrsam nur mit Unterhose bekleidet zu verbringen. Entsprechend warm ist es jedenfalls in diesen Räumen. Der Rest der Bekleidung wandere in die Aservatenkammer. Wird derjenige entlassen, gibt es die persönlichen Dinge zurück.

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