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Bad Muskau

Industriedenkmale warten auf Touristen

Derzeit wird die neben der Bad Muskauer Brauerei befindliche Mosterei abgerissen.FOTO: Torsten Richter-Zippack

Bad Muskau/Weißwasser. Die Brauerei in Bad Muskau und der Neufert-Bau in Weißwasser sollen neue Nutzungen erhalten.

Viele Jahre hat die Brauerei im Zentrum von Bad Muskau leer gestanden. Seit ein paar Tagen ist das mehrstöckige, stadtbildprägende Gebäude teilweise eingerüstet. Auf der Berliner Straße regeln Baustellenampeln den Verkehr, und ein Abrissbagger ist am Werk. Allerdings wird keineswegs das Brauereigebäude zurückgebaut, sondern die alte Mosterei. Dabei ist, so erklärt Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park, Vorsicht vonnöten. Schließlich sollen die darunter befindlichen historischen Bierkeller freigelegt und erhalten werden. Darüber hinaus muss an der eigentlichen Brauerei die Bausubstanz gesichert und das Gebäude gegen Wind und Wetter abgedichtet werden. In einem weiteren Schritt folgt die Gestaltung der dem Markt zugewandten Fassade, später die parkseitige.

Die Bad Muskauer Brauerei, entstanden Mitte der 1840er-Jahre im Auftrag Pücklers, gehört zu den spannendsten Industriedenkmalen der Region. Das sagt Dr. Lars Scharnhorst, Geschäftsführer des Cottbuser Institutes für Neue Industriekultur INIK GmbH. Während einer Tagung unter dem Namen „Baukultur & Tourismus“ in der Parkstadt sind Möglichkeiten der Nachnutzung alter Industriegebäude und Brachflächen betrachtet worden. „Wir wollen die Wertschöpfung für die Region erhöhen“, gibt Scharnhorst das Ziel wieder. Das funktioniere über zwei Schritte. Erstens müsse das jeweilige Ensemble gesichert und dauerhaft erhalten werden. Und zweitens gehe es darum, für neue Nutzungen zu sorgen, beispielsweise durch Touristen. Ginge es nach ihm, würde Scharnhorst in der Bad Muskauer Brauerei eine Erlebnisgastronomie, mehrere Atelierräume für Künstler sowie einen Wellnessbereich etablieren. Vonseiten der Stiftung Fürst-Pückler-Park gibt es bislang keine konkreten Nutzungsideen für das landeseigene Ensemble.

Ein zweites Industriedenkmal der Region ist der Neufert-Bau in Weißwasser. Das von Architekt Ernst Neufert in der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre errichtete Gebäude benötigt nach Angaben von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch dringend eine Sicherung. „Es übersteht vielleicht noch einen Winter, ob einen zweiten, weiß ich nicht.“ Jetzt gibt es im Zuge der Industriekultur neue Hoffnung. Von einem Ensemble mit „nationaler Strahlkraft“ spricht Anne Keßler vom Bundesbauministerium. Der Neufert-Bau sei ein heißer Kandidat für ein entsprechendes Förderprogramm. Allerdings seien die entsprechenden Beschlüsse in den Kommunen notwendig.

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