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Aus dem Gericht

Krauschwitzer soll Mutter geprügelt haben

Weißwasser. Die Frau verweigert vor Gericht in Weißwasser die Aussage. Nun muss der Richter in den Zeugenstand.

Einen relativ unbeschwerten Eindruck hat Martin K.* im Amtsgericht Weißwasser hinterlassen, als er auf der Anklagebank Platz genommen hat. Dabei wiegen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft schwer: „Am 7. Mai 2017 soll der Angeklagte mit einem hölzernen Schneeschieber nach seiner Mutter geworfen haben“, erklärt Wolfgang Stark von der Staatsanwaltschaft. Anschließend soll er in den Abendstunden in dem Krauschwitzer Wohnhaus seine Mutter geschlagen und dazu einen Kleiderbügel verwendet haben. Zwei Tage später soll er seiner Mutter mit den Worten gedroht haben: „Du kannst dich auf was gefasst machen, heute Nacht wirst du vergast.“ Die Staatsanwaltschaft wirft dem 57-jährigen Mann deshalb körperliche Misshandlung, Bedrohung und gefährliche Körperverletzung vor.

Der Beschuldigte allerdings bezieht vor Gericht keine Stellung, lässt durch seinen Verteidiger ausrichten, dass er so lange keine Aussage macht, bis die Mutter in den Zeugenstand gerufen wird. Sollte sie nämlich von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen, wolle er sich überhaupt nicht äußern. Andernfalls werde er Stellung beziehen. Dabei, so erklärt Amtsrichter Ralph Rehm, ist der Angeklagte kein Unbekannter bei Gericht. Wegen Beleidigung und Bedrohung sowie Besitzes von 146 Gramm Amphetaminen sei er bereits verurteilt worden, berichtet der Richter. Zum Tatzeitpunkt soll der Mann zudem auf Bewährung gewesen sein.

Als die heute 80-Jährige als Zeugin aussagen soll, verweigert sie – das ist von Rechtswegen wegen der verwandschaftlichen Beziehung zum Angeklagten erlaubt – ihre Aussage.

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