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Oper

„Der Konsul“ tritt in Görlitz zum letzten Mal ins Scheinwerferlicht

Die Oper "Der Konsul" ist auf der Görlitzer Theaterbühne zum letzten Mal am 8. April zu sehen.FOTO: Marlies Kross / Gerhart-Hauptmann-Theater Görli

Görlitz. Die letzte Chance, Menottis Drama „Der Konsul“ auf der Opernbühne des Gerhart-Hauptmann-Theaters in Görlitz zu erleben, besteht am 8. April 2018.

„Der Konsul“ wird am 8. April, 19 Uhr, zum letzten Mal im Görlitzer Musiktheater aufgeführt. Neben aktuell gesellschaftskritischen Aspekten, beeindruckt das Familiendrama insbesondere mit bewegenden musikalischen Momenten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Gian-Carlo Menotti für seinen musikdramatischen Einakter den Pulitzer-Preis erhalten hat.
Zur Handlung: Der Oppositionelle John Sorel muss vor den Häschern des Regimes rasch außer Landes flüchten und dabei seine alte Mutter, seine Frau Magda und sein krankes Kind zurücklassen. Magda sucht das Konsulat eines ausländischen Staates auf, um ein Visum zu erhalten, damit die Familie dem Geflüchteten nachreisen kann. Auf dem Konsulat ist sie jedoch nur ein Fall wie viele andere, ein Name, eine Nummer. Immer wieder versucht sie mit allen Mitteln zum Konsul vorgelassen zu werden, doch die Sekretärin – die personifizierte Bürokratie – weist sie stets ab und vertröstet sie. Als man sich im Konsulat endlich für den Fall Sorel zu interessieren beginnt, haben John und Magda bereits alles verloren.
Spannend an Menottis 1950 uraufgeführter Oper sind nicht zuletzt die Orts- und Zeitangabe des Komponisten, der auch das Textbuch selbst schrieb: SIrgendwo in Europa, Gegenwart“. Das Stück ist eine flammende Anklage gegen staatliche Willkür und starre Bürokratie, für die ein Einzelschicksal keine Rolle spielt. Die abwechslungsreiche Partitur bietet unter anderem zahlreiche Anklänge an die Musiksprache Puccinis.

(red/dh)
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