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Kunst und Kultur

Eine Premiere für den Muskauer Park

Es warten sehr unterschiedliche Kunstwerke darauf, in ein paar Tagen neue Besitzer zu finden. So das Ölbild ohne Titel von Elena Schulze aus Waltersdorf. Im Hintergrund ist die Plastik „Durchblick“ vom Schleifer Holzkünstler Thomas Schwarz zu sehen. Er hat dafür Eichenholz und Stahl verwendet. FOTO: Regina Weiß

Bad Muskau. Die zehnte Auktion der Kunst- und Kulturstiftung der Oberlausitz wirft ihre Schatten voraus. 87 Werke warten im Marstall auf ihre Betrachter.

Die Hochhäuser von Manhattan schieben sich hoch und höher, dem Mond entgegen. Bunt und verspielt sehen sie aus. Bei näherer Betrachtung „lösen“ sie sich in ihre einzelnen Bestandteile auf. Sie sind nur noch Knöpfe und Gürtelschnallen. Diese hat der Künstler Michael Voigt in sein Kunstwerk gepackt. Das und 86 weitere haben eine vorübergehende Heimstatt im Marstall der Stiftung Fürst-Pück­ler-Park Bad Muskau gefunden. „Wir freuen uns, Gastgeber sein zu können und unterstützen das Anliegen der Kunst- und Kulturstiftung gern. Und wir sind natürlich gespannt auf unsere erste Auktion“, freut sich Cornelia Wenzel, stellvertretende Geschäftsführerin der Muskauer Parkstiftung, bei einem Pressetermin vor Ort.

Denn was die zehnte Auktion für die Kulturstiftung ist, ist gleichzeitig eine Premiere für Bad Muskau. Am Samstag, 10. November, wird diese Veranstaltung, die einmal im Jahr stattfindet, über die Bühne gehen. „Und ich erhoffe mir viele Bietergefechte“, formuliert Joachim Mühle, Kultursekretär des Kulturraumes Oberlausitz-Niederschlesien und Mitglied des Stiftungsvorstandes, seinen Wunsch für die Auktion. Der Görlitzer Axel Krüger werde als Auktionator sicherlich sein Bestes geben, um die Kunst an den Mann oder die Frau zu bringen. Die Grundpreise – also der Start für die Auktion – haben die Künstler selbst festgelegt. „Sie liegen zwischen 30 und 3000 Euro“, erklärt Joachim Mühle. Zu haben sind Werke von Künstlern aus der Region. So dürfen die namhaften wie Horst Jurtz oder Eberhard Peters aus Weißwasser oder Gerd Hallaschk aus Klein Priebus nicht fehlen. Der Kreis ist aber viel größer, reicht mit Christiane Latendorf oder Stephan Plenkers nach Dresden, mit Bettina Winkler nach Cottbus, nach Bayern, Hessen oder Berlin. So verschieden die Künstler so verschieden die Techniken: Collagen treffen auf Ölmalerei, Holzplastiken auf Grafiken, Acrylmalerei auf Skulpturen. „Ich denke, wenn man das hier sieht, dann kann man sagen: Für jeden Geschmack ist etwas dabei“, sagt Joachim Mühle und freut sich sichtlich über die Vielfalt des Angebotes. Das spreche auch für die Kulturstiftung, die sich mit ihrer Arbeit über die Jahre durchaus einen Namen gemacht habe.

50 Prozent des eingenommenen Geldes pro Kunstwerk gehen an den Künstler. Der andere Teil kommt der Stiftung zugute. Ihr großes Ziel ist es, ein Depot zu schaffen, um Arbeiten von Künstlern der Oberlausitz hier zu halten. „Es geht schließlich um deren Lebenswerk. Sicherlich geht es nie um alle Arbeiten. Wir reden von Kernwerken, die wir in unseren Bestand nehmen wollen“, so Mühle. Der Ort für das Depot ist mit dem Schloss Königshain längst gefunden. Auch die Planung steht. Doch letztlich geht es um die Finanzierung. Deshalb hilft sozusagen jedes Bild, dass mit mehr als dem Mindesgebot weggeht, dem großen Ziel ein Stück weiter.

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