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Exkursion durch den Bad Muskauer Park

Lauras Grab ist längst verblasst

Astrid Roscher erläutert am Standort des ehemaligen Mausoleums, wie das Ensemble einmal ausgesehen hat. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Muskau. Im Ostteil des Muskauer Parks erinnert noch vieles an die Familie von Arnim. Expertin Astrid Roscher zeigt verborgene Juwele.

Ein granitenes Kreuz, hoch über der Neiße, wo sich einst das Mausoleum erhob, erinnert seit dem 6. Oktober 2001 an die einstige Begräbnisstätte der Familie von Arnim. Ebenso wurden die Grundmauern freigelegt und mit wildem Wein markiert. Darüber hinaus halten ein paar uralte Grabsteine das Gedenken an das gewesene Ensemble wach.

Jetzt haben rund 45 Heimat- und Geschichtsinteressierte den Standort des ehemaligen Mausoleums im polnischen Teil des Muskauer Parks besucht. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Fürst-Pückler-Park, Astrid Roscher, hatte zur finalen Führung im Rahmen der Von-Arnimschen-Ausstellung im Neuen Schloss geladen.

Kurioserweise, so sagt Roscher, beginnt und endet die Historie der Begräbnisstätte mit dem Auftakt und dem abruptem Ende der von Arnimschen Standesherren, die von 1883 bis 1945 über 62 Jahre die Muskauer Herrschaft lenkten. Denn es war Traugott von Arnim (1839 – 1919), der die bereits von Parkbegründer Hermann von Pückler ins Auge gefasste Stätte tatsächlich umsetzte. Anlass bildete der bis heute mysteriöse Tod von Traugotts erster Gattin Laura (1852 – 1886). Nach dem Fund ihrer Leiche an einem Fluss im Nordschwarzwald wurde die geborene Freiin von Lotzbeck zunächst auf dem städtischen Friedhof in Muskau beigesetzt. Nachdem das Mausoleum am 20. September 1888, also fast auf den Tag genau vor 130 Jahren, eingeweiht worden war, wurde ihr Leichnam umgebettet. Allerdings ruhte Laura nicht in ihrem Sarkophag aus Marmor, von dem noch zwei Bruchstücke existieren, in der linken Seitenkapelle. Sondern ein paar Schritte weiter links unter freiem Himmel. Zwischen zwei markanten Lindenbäumen, so hat Astrid Roscher recherchiert, befanden sich einst die Grabstätten von Laura von Arnim, ihrem Gatten Traugott von Arnim sowie dessen zweiter Frau Caroline von Arnim (1851 - 1912). Heute sind alle drei Gräber fast gänzlich verblasst und als solche kaum mehr erkennbar. Laut Astrid Roscher hatten polnische Archäologen nach der politischen Wende Grabungen veranlasst, die Gräber aber aus Gründen der Pietät selbst nicht angerührt. Daher sei bis heute unbekannt, ob dort noch immer die Gebeine der Begrabenen ruhen. Darüber hinaus befanden sich um das Mausoleum weitere Gräber der von Arnims.

(trt)
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