ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Strukturwandel

Lausitzrunde als europäisches Vorbild

Weißwassers OB Torsten Pötzsch. FOTO: Christian Köhler

Weißwasser. Ein Treffen der Kohleregionen aus vier Ländern ist im September in Weißwasser angesetzt. Der WWF ist mit im Boot.

Wer glaubt, die Lausitz sei als einzige Region in Europa vom Kohleausstieg betroffen, der irrt. Allein 40 Kohlefördergebiete gibt es auf dem Kontinent, die allesamt vor einem Wandel stehen. Denn der Kohleausstieg kommt, bei den einen schneller, bei den anderen später. Alle stehen dabei vor dem gleichen Problem: Jahrzehntelang ist der Kohlebergbau arbeits- und identitätsstiftend gewesen, Garant für Wohlstand und Energielieferer. Nun müssen sich ganze Landstriche auf Umwälzungen einstellen.

Dass man in Deutschland vor allem mit Geld die Probleme lösen will – der Bund stellt 40 Milliarden Euro bis 2038 zur Verfügung –, wird nicht nur in der Lausitz kritisch gesehen. „Wir fordern, dass endlich Sichtbares geschieht“, sagt etwa Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) mit dem Hinweis, dass größere Städte vom Kohlegeld profitieren, der ländliche Raum aber bislang leer ausgeht.

Trotzdem: Andere Regionen Europas können davon nur träumen. In Bulgarien etwa ist ein Tagebau von heute auf morgen geschlossen worden. Davon berichtet Drebkaus Bürgmeister Paul Köhne (CDU), der als Mitglied der Lausitzrunde Anfang Juni vor Ort gewesen ist. „Es war erschreckend, was wir dort gesehen haben“, schildert Köhne der RUNDSCHAU. Ganze Städte sind in der Region um Pernik entvölkert. „Wir waren in einer großen Schule, wo nur noch 26 Schüler lernten, Tausende sind weggezogen, Hochhäuser stehen leer und die Leute warten dort auf den großen Investor, der aber so schnell sicher nicht kommt“, erzählt der Drebkauer Stadtchef.

top