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Der Krauschwitzer Unternehmenschef nahm kein Blatt vor den Mund, als er sagte: „Mit unsäglicher Arroganz lässt sich dagegen die komplette Bundesregierung vor den Karren der geopolitischen Interessen Amerikas spannen.“ Allen voran die Kanzlerin würde diese dem Land nachhaltig Schaden für die wirtschaftliche Entwicklung antun. Nicht nur der russische Markt mit 144 Millionen Menschen werde mit diesen unsäglichen Fehlentscheidungen, so Mackowiak, den asiatischen Wettbewerbern, insbesondere den Chinesen überlassen. „Nein, auch der wichtigste Rohstofflieferant für die stark durch Verarbeitung geprägte deutsche Industrie geht zunehmend verloren.“ Die Keulahütte sei nur ein ganz kleines Beispiel im großen Kreis der Blockade-Betroffenen. Vor allem der sächsische Außenhandel mit Russland ist laut Mario Mackowiak von 1,4 Milliarden Euro in 2013 auf 659 Millionen Euro in 2016 regelrecht zusammengebrochen. Für 2017 stellt sich bereits jetzt ein weiterer Rückgang um mindestens acht Prozent ein. „Man muss sich mal überlegen, wie viele Arbeitsplätze davon betroffen sein müssen“, rechnete dieser vor.

Der Krauschwitzer befürchtet, dass sich auch weiterhin nichts ändert, wenn, wie er es formulierte, „die gleichen politischen Geisterfahrer“ in Berlin unterwegs sind. Für die Keulahütte stehe viel auf dem Spiel. Das traditionsreiche Unternehmen müsste ohne den russischen Absatzmarkt 40 Millionen Euro Umsatz machen, und das stabil. Deswegen sei man auf der Suche nach einer strategisch erfolgreichen Partnerschaft, um den Gießerei-Standort langfristig zu sichern. Mackowiak hat gegenüber der RUNDSCHAU am Montagabend bekannt, dass die Gespräche mit einem potenziellen Partner sehr weit fortgeschritten sind.

Mario Mackowiak hielt den Finger noch in manche brisante politische Wunde wie Energiewende und den Versprechungen damals, Stabilitätspakt, der auch den Deutschen Angst vor der EU-Währungsunion nehmen sollte. Kaum ein Land der Euro-Zone würde sich an die Regeln von Maastricht halten. Kritisch bewertet der Krauschwitzer auch die Europäische Zentralbank, die Anleihen von Pleitestaaten aufkaufe. Bisher in Summe von 2,3 Billionen Euro, so der Keulahütten-Chef. Statt nach der Drittstaatenregelung Asylbewerber an der Grenze zurückzuweisen, wenn diese aus einem sicheren Drittstaat kommen, habe Deutschland lieber den totalen Kontrollverlust erlitten, setzte Mackowiak hinzu. Doch der Wahl­erfolg der AfD, bedauert Mackowiak, dem auch sehr gute Politiker aus der hiesigen Region zum Opfer fielen, sei nicht nur der katastrophalen Asylpolitik geschuldet, sondern einer ganzen Reihe politischer Fehl­entscheidungen. Die Schmerzgrenze hier liege hoch, was langsames Internet, fehlende Umgehungsstraße und zunehmenden Ärztemangel angehe. Das würden die Menschen geduldig verkraften. Seiner Meinung nach komme aber im Grenzlandkreis Görlitz noch ein wichtiger Faktor hinzu: „Der Schutz des Privateigentums ist nicht mehr gewährleistet. Ob Häuser, Autos oder Fahrräder. Diese Übergriffe verzeihen wir nicht mehr.“ Mackowiak zitierte aus der RUNDSCHAU. Zwanzig gelungene oder versuchte Autodiebstähle allein im November. Mit Landrat Bernd Lange ist sich der Krauschwitzer einig, dass dringend mehr Polizei im Einsatz sein muss. „Wir brauchen sporadische, unberechenbare Kontrollen“, so Langes Meinung. Die Fahrzeugerkennung, die in Görlitz angewendet wird, werde überall gebraucht. „Da dürfen wir uns nicht selbst im Wege stehen“, kritisiert Lange fehlende Entscheidungen dazu seitens der großen Politik. Mackowiak fordert Grenzkontrollen und Polizei auf den Neißebrücken. „Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland bekennt sich in Artikel 14 ganz klar zur Gewährleistung des Eigentums“, fordert er, wenigstens das einzuhalten.

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