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Historische Technik

Zum 85. wieder unter Dampf

Sven Schlenkrich, Wilfried Haenelt und Olaf Urban vom Waldeisenbahnverein (v.l.n.r.) freuen sich, dass Apotheker Martin Schüßler das Vorhaben Hilax unterstützt. FOTO: Regina Weiß

Weißwasser . Waldeisenbahnverein freut sich über jede Spende für die Hilax. Hoffnung auf Hilfe vom Freistaat.

Soll Technik laufen, muss sie gepflegt werden. Noch mehr Einsatz ist notwendig, wenn die Technik lange Zeit nur vor sich hingestanden hat. Die Hilax Dampflok der Waldeisenbahn Muskau könnte davon ein Lied singen. Glücklicherweise gibt es Verrückte im positiven Sinne, wie den Dresdener Sven Schlenkrich, der die Lok bis zur letzten Schraube kennt. Er ist der Hauptverantwortliche für das aktuelle Spendenobjekt des Waldeisenbahnvereins, erklärt Vereinschef Olaf Urban. Schlenkrich gehört seit 1999 zum Verein. Als Jugendlichen hatte ihn seine Wege erstmals nach Weißwasser geführt. „Ich fühlte mich hier gut aufgenommen“, erzählt er.

Die Hilax ist im vergangenen November 80 Jahre alt geworden. Bis 1972 fuhr sie auf der Werkbahn des Steinbruchs in Bernbruch/Kamenz. Vier Jahre später kam sie zur Parkeisenbahn Gera, aber dort nie zum Einsatz. Sie stand gut 20 Jahre unter freiem Himmel, was dem guten Stück nicht gerade gut tat. Weil die Spurbreite stimmte, geriet sie ins Blickfeld der Waldeisenbahner. Quasi in einer Kaupelaktion kam das gute Stück 1998 in die Oberlausitz. Olaf Urban erzählt, dass eine Lok aus dieser Baureihe bis in die 50er-Jahren im Tagebaubetrieb Trebendorfer Felder (heute Halbendorfer See) ihren Dienst geleistet hat. Weltweit sind heute nur noch acht Lokomotiven dieses Typs erhalten.

Geht es nach den Waldeisenbahnern, dann soll die Lok zu ihrem 85. Geburtstag wieder richtig unter Dampf stehen und auf der Strecke ihren Dienst tun. Dafür ist noch viel Arbeit notwendig. 700 bis 1000 Stunden im Jahr kümmert sich allein Sven Schlenkrich um sein Projekt. Darüber informiert er via Internet und Facebook. Was wieder zur Folge hat, dass das Interesse von Technikfans wächst. Diese bekunden das in Cent und Euro. Denn die Waldeisenbahner haben die Revitalisierung mit einer Spendenaktion verknüpft. 17 500 Euro waren eingegangen und das aus vielen Teilen Deutschlands. Dank der Spende von Martin Schüßler von der Apotheke am Eisstadion in Weißwasser sind nun noch einmal 500 Euro dazu gekommen. Das Geld stammt aus dem Kalenderverkauf. Die Waldeisenbahn profitiert davon, weil sie ein touristisches Aushängeschild ist, so der Apotheker.

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