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Das Heimat-Gefühl

Wer sind die Zukunft-Heimat-Demonstranten?

Heimatgefühl als emotionaler Anker. Rechtspopulisten wie der Verein „Zukunft Heimat“ versuchen, ihre Islamfeindlichkeit geschickt zu verpacken. Ängste und Verunsicherung durch einen raschen Flüchtlingszuzug wie in Cottbus spielen ihnen dabei in die Hände. Foto: Patrick Pleul/dpa-ZentralbildFOTO: Patrick Pleul / dpa

Cottbus. An Demos des rechtspopulistischen Anti-Flüchtlingsvereins „Zukunft Heimat“ in Cottbus beteiligen sich auch Menschen aus der bürgerlichen Mitte. Was treibt sie gemeinsam mit Rechtsradikalen auf die Straße? Mit zwei Teilnehmern hat die RUNDSCHAU gesprochen, mit vielschichtigem Ergebnis.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren gab es für Renate B. (Name geändert) zwei sehr emotionale Momente. Der eine war die Öffnung der deutschen Grenze für Flüchtlinge auf der Balkanroute im September 2015. Wenn sie daran denke, bekäme sie noch immer Gänsehaut, sagt die Rentnerin: „Ich fand das völlig in Ordnung, dass Merkel gesagt hat, wir nehmen die auf.“ Die Menschen hätten da in Ungarn im Dreck gesessen und wir hier mit einem Kaffee auf dem Sofa.

Der andere wichtige emotionale Moment war für die 74-Jährige vor wenigen Wochen die Demo des rechtspopulistischen Golßener Vereins „Zukunft Heimat“ in Cottbus. „Als da alle zusammen das Brandenburg-Lied gesungen haben, da hatte ich das Gefühl, das ist hier bald nicht mehr meine Heimat, wie ich sie mir vorstelle“, sagt Renate B.. In der Menge aus dem Altmarkt habe sie sich angenommen gefühlt.

Wie gehen diese Momente zusammen? Die Cottbuser Rentnerin, die im Januar und Februar zwei Anti-Flüchtlings-Demos des Vereines in Cottbus besucht hat, ist sich der Widersprüchlichkeit bewusst: „Manchmal denke ich selbst, das ist doch schlimm, was du da gerade gesagt hast.“ Sie sei ein solidarischer Mensch, wähle links. Bei der AfD ihr Kreuz auf einem Wahlschein zu machen, komme für sie nie in Frage, versichert sie.

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