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Lesermeinung

Fehler im Umgang mit Pegida & Co.

Zur sächsischen CDU

Lothar Reich aus Heideblick-Walddrehna liefert mit seiner Meinung (Lesermeinung, RUNDSCHAU, 29. August) genau den Beweis für das „rechtslastige“ Denken vieler „besorgter“ Bürger. Da werden Meinungen, die nicht der eigenen Sichtweise entsprechen, als „Schwingen der Nazikeule“ abqualifiziert. Wer nicht die Sichtweise von Lothar Reich vertritt, ist naiv und einer „links-grünen“ – fehlt nur das übliche „versifft“ – Klientel zuzuordnen. ( ... )

Wie friedlich die so „besorgten“ Bürger handeln, die sich seiner Meinung nach „Gedanken über Überfremdung und Parallelgesellschaften“ machen, war eindrucksvoll in Chemnitz zu erleben. Auch die Einschätzung, die Sachsen-CDU hätte in der Migrationspolitik keine Fehler gemacht, entbehrt jeder Grundlage. Noch viel schwerwiegender allerdings waren und sind die Fehler der Sachsen-CDU in den Fragen des Umgangs mit rechtsradikalen Umtrieben, im Umgang mit der AfD und Pegida. Ministerpräsident Kretschmer hat erst vor Tagen – vielleicht ungewollt, was es nicht besser macht – den Pegida-Krakeelern, mit seinem Tweet zum Polizeivorgehen gegen ZDF-Reporter, einen Persilschein ausgestellt.

Genau dieselben Leute, die dieser Tage in Chemnitz den tragischen Tod eines dunkelhäutigen Deutsch-Kubaners instrumentalisieren, lauthals marodierend den Rechtsstaat massiv herausfordern, den Hitlergruß zeigen, unschuldige Menschen, nur weil die anders aussehen, malträtieren und somit ihre ganze geistige Stumpfheit proklamieren, hätten vermutlich genau denselben dunkelhäutigen Deutsch-Kubaner auch durch Chemnitz gejagt, wenn er noch leben würde. Man muss auf dem rechten Auge schon ziemlich blind sein, um zu Einschätzungen wie Herr Reich zu kommen.

Frank Heiber, Forst

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