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Brandenburg

„Pflichtfeuerwehren“ als Alternative?

Werner-Siegwart Schippel sagt, es könne nicht länger dem Zufall überlassen sein, ob eine freiwillige Feuerwehr komplett einsatzbereit ist. FOTO: Ch. Taubert

Cottbus. Brandenburg will mit Änderungen im Brand- und Katastrophenschutz das Ehrenamt stärken. 95 Prozent der Feuerwehrleute im Land arbeiten freiwillig. Der Trend: Pro Jahr werden es 1000 weniger.

„Es ist fünf nach zwölf“, hatte Werner-Siegwart Schippel Ende vergangenen Jahres in der RUNDSCHAU Alarm geschlagen. Der Präsident des Brandenburger Feuerwehrverbandes ließ Fakten sprechen: „Im zurückliegenden Jahrzehnt ist die Anzahl der Feuerwehrleute im Land um 10 000 Kameraden zurückgegangen. Wenn das Land nicht reagiert, werden wir weiter pro Jahr 1000 Kameraden verlieren.“ Schippel verwies auf die demografische Entwicklung und das Auseinanderdriften von Wohn- und Arbeitsort der Kameraden. Das habe dazu geführt, dass die Tageseinsatzbereitschaft von Ortswehren oft nur noch zu 25 Prozent gewährleistet sei. „So können wir das Schutzziel nicht mehr aufrecht erhalten“, verdeutlichte er die Dramatik der Situation.

Inzwischen ist die rot-rote Landesregierung dabei, den Brand- und Katastrophenschutz neu zu ordnen. Ein Baustein auf diesem Weg ist die Verbesserung der Situation für die rund 38 200 Feuerwehrleute im Land, von denen etwa 96 Prozent ehrenamtlich aktiv sind.

Nachdem Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) in der Vorwoche einen Kabinettsbeschluss dazu vorstellte, reagierte der Landesfeuerwehrchef mit den Worten: „Das Land hat verstanden.“ Was der 66-Jährige damit meint, geht auf das Einlenken der Regierung zurück, künftig Jubiläumsprämien für die Kameraden der Freiwilligen Wehren zu zahlen. Zudem soll die Altersgrenze für Einsatzkräfte von 65 auf 67 Jahre angehoben werden. Und: Es ist an die Einführung von Kommunalbediensteten mit Feuerwehraufgaben gedacht.

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