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Interview mit Andreas Büttner zu Folgen des Lunapharm-Skandals

„Niemand wurde geschädigt“

Dem Pharmahändlers Lunapharm in Blankenfelde-Mahlow wurde die Betriebserlaubnis entzogen. Der Rechtsstreit in dem Fall läuft noch.  FOTO: dpa / Patrick Pleul

Potsda/Cottbus. Ein Jahr nach dem Lunapharm-Skandal: Brandenburgs Gesundheitsstaatssekretär Andreas Büttner spricht über Konsequenzen.

Im Sommer 2018 hatte der Fall von möglicherweise unwirksamen Krebsmedikamenten der Firma Lunapharm ganz Deutschland in Aufregung versetzt. Gestohlene Arznei soll von Griechenland aus an Patienten in nahezu allen Bundesländern gegangen sein. Juristisch aufgeklärt ist der größte Medikamentenskandal in der Geschichte des Landes auch nach einem Jahr noch nicht. Die RUNDSCHAU sprach mit Gesundheitsstaatssekretär Andreas Büttner, welche Konsequenzen in der Landesverwaltung inzwischen gezogen wurden.

Herr Büttner, wie viele Menschen sind aus heutiger Sicht durch unwirksame Medikamente in Gefahr beziehungsweise um einen Behandlungserfolg gebracht worden?

Andreas Büttner Wir hatten 36 Proben aus den Rückstellungen der beschlagnahmten Medikamente untersuchen lassen. Bei 35 wurde keine Einschränkung der Wirksamkeit der Medikamente festgestellt. Bei einer Probe gab es eine verringerte Wirkung. Das lag daran, dass diese Probe deutlich über dem Haltbarkeitsdatum lag. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man davon ausgehen, dass die Patienten mit wirksamen Medikamenten behandelt wurden. Eine Schädigung der Gesundheit oder eine Beeinträchtigung des Behandlungsverlaufes war aus unserer Sicht nicht gegeben.

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