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Ähnlich äußerte sich auch der Präsident des Landesanglerverbands, der frühere Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD): „Die Probleme bei der FFH-Richtlinie haben wir genau so wie andere Verbände“, sagte der Vorsitzende der 86 000 Mitglieder zählenden Organisation. „Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass zu diesem Thema Informationen an die Verbände gehen und dass es eine Mitwirkung der Verbände gibt – die aber wird fast immer verweigert.“ Seiner Beobachtung nach stimmten sich Politik und Verwaltung nicht mehr ab. „Und auch innerhalb der Verwaltungen herrschen unterschiedliche Auffassungen.“ Oft wolle die Verwaltung bei Besatzmaßnahmen von Angelvereinen mitreden, kenne aber den Fischbestand im See gar nicht.

Eines freilich kann den glücklosen Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) freuen: Keiner der Verbändevertreter forderte am Montag seinen Rücktritt – auch wenn in ihren Wortbeiträgen alle das Bild eines Ministeriums zeichneten, dessen geschilderter Zustand fatal an die Beschreibungen des Gesundheitsministeriums im Zuge des Lunapharm-Skandals erinnerte. „Wenn sich bestimmte Dinge im Landtag durchsetzen, die nicht dem Mainstream im Fachministerium entsprechen, sitzt man sehr lange in den Mühlen“, sagte der Präsident des Forum Natur, der Landrat von Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt (SPD). „Das Primat des Parlamentes muss dort wieder Vorrang haben.“ Letztlich aber müssten die Landnutzer und die Menschen, die auf dem Lande wohnten, wieder stärker in die Entscheidungen eingebunden werden, wenn es um Dinge geht, die sie betreffen.

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