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Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber im Interview, Teil II

„Das war noch nicht die Heißzeit“

Der deutsche Klimaforscher und scheidende Direktor des 1992 gegründeten Institutes für Klimafolgenforschung in Potsdam, Hans Joachim Schellnhuber.FOTO: dpa / Ralf Hirschberger

Potsdam. Deutschland spürt die Hitze des gerade zu Ende gehenden Sommers noch auf der Haut. war das schon der Klimawandel? Nein, sagt Professor Hans Joachim Schellnhuber. „In einer Heißzeit wären wohl Sommertemperaturen von 45 Grad und sogar mehr keine Seltenheit mehr.“ Ein Interview über Klimaschutz, Beratung und Politik.

Professor Schellnhuber, beginnen wir mit Rilke: „Der Sommer war sehr groß.“ Sonne satt, Temperaturen wie auf Mallorca oder Kreta. Was ist schlecht daran?

Schellnhuber: Dieser Sommer war nicht nur groß, er war auch außergewöhnlich trocken. Dagegen war der Sommer 2017 überdurchschnittlich feucht, vor allem in Ostdeutschland. Extreme Schwankungen wie diese machen uns Sorgen. Für die Landwirtschaft zum Beispiel es ist eine riesige Herausforderung, sich an das Verschwinden der „normalen“ Witterung anzupassen. Die „neue Normalität“ sind in einer insgesamt wärmer werdenden Welt Tagestemperaturen von 38 Grad und mehr und Tropennächte an der Spree – wie zuletzt erfahren. Das spürt auch jeder Einzelne, denn in einer nicht klimatisierten Dachwohnung schläft sich’s dann nicht mehr gut. Bei der europäischen Hitzewelle 2003 kam es übrigens zu Zehntausenden von vorzeitigen Todesfällen.

Ist das schon die „Heißzeit“, die Sie jüngst prophezeit haben?

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