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Medizinserie Der besondere Fall

Still leiden am stillen Örtchen? Das lässt sich nicht aussitzen!

Beratungsgespräch in der Proktologischen Sprechstunde. FOTO: Ragnhild Münch

Lübben. In unserer Serie „Der besondere Fall“ erzählen wir von außergewöhnlichen Schicksalen, Diagnosen und medizinischen Wegen. Der 33. besondere Fall kommt aus dem Klinikum Dahme-Spreewald.

Dieser 33. besondere Fall betrifft fast jede Dritte in Deutschland. Was ihn besonders macht: Die meisten leiden dabei still vor sich hin – am stillen Örtchen. Es ist eine Krankheit, über die kaum geredet wird. Noch immer ist für viele dieses Thema tabu, obwohl es nur allzu menschlich ist. Zu viel Scham ist im Spiel. Wenn sich das Leiden aber gar nicht mehr aussitzen lässt, landen Betroffene nicht selten in der Notaufnahme. Bestenfalls aber auch in der Proktologischen Sprechstunde von Dr. med. Ronny Hendrischke, Chefarzt der Abteilung für Chirurgie im Klinikum Dahme-Spreewald.

So erging es auch Ulrike*, die in einem kleinen Spreewaldort zu Hause ist. Da hatte die kaum Fünfzigjährige schon eine fünfjährige Leidenszeit hinter sich und eine regelrechte Angst vor dem Stuhlgang entwickelt. „Verwachsungen im Bauch führten immer wieder zu starken Schmerzen. Ich saß fünf Tage lang ewig auf der Toilette, in Schweiß gebadet. Wenn es dann endlich zum Stuhlgang kam, war ich vor Schmerzen nahe am Umkippen“, schildert die Spreewälderin die Situation, von der bis dahin gerade mal die engsten Familienangehörigen wussten.

Ulrike probierte alle gängigen Hausmittelchen aus und auch schon mal heftige Abführmittel. Auf Dauer war alles wirkungslos. Kein Wunder, dass der harte Stuhlgang schmerzhafte Einrisse verursachte, es zu chronischen Wunden kam, die nicht heilen wollten.

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