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Kühlwasser für Kraftwerke

Hitze bringt Energiebranche ins Schwitzen

Kühltürme des Kraftwerkes Jänschwalde: Mit der langandauernden Hitze haben die drei Lausitzer Braunkohlekraftwerke keine Probleme. Ihr Kühltürme-Kreislaufsystem wird mit kühlem Grubenwasser gespeist, ehe es verdunstet. FOTO: Frank Hilbert

Cottbus. Kraftwerke im Westen gehen vom Netz, weil Kühlwasser zu warm ist. Lausitzer Kraftwerke liefern in der Hitze stabil Strom.

Auf dem Weg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien scheint der Hitzesommer 2018 nicht nur hierzulande Fragen über Fragen aufzuwerfen. Vor dem Hintergrund des beschlossenen Atomausstiegs und des Drängens auf einen schnellstmöglichen Kohleausstieg kann zurzeit praxisnah studiert werden, wie eine lang anhaltende Hitzeperiode die Stromproduzenten ins Schwitzen bringt. Weil Kühlwasser zu warm ist, werden Kraftwerke sogar abgeschaltet.

Was dabei  paradox anmutet: Es sind die von Kohlegegnern besonders gescholtenen konventionellen Lausitzer Braunkohlekraftwerke, die sich zurzeit als stabile und flexible Energielieferanten erweisen. „Dieser Sommer macht deutlich, dass das Ende der Lausitzer Braunkohle mit Behutsamkeit abgesteckt werden sollte“, erklärt der Lausitzer Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese. Mit Blick auf die Strukturkommission beim Bund verweist der SPD-Energieexperte darauf, dass die flexibel gefahrenen Blöcke in der Lausitz wesentlich zur Stromnetz- und Preisstabilität beitragen.

Und das, wo die Sonne knallt, wo es Solarstrom ohne Ende geben müsste. Doch der Schein trügt. Es lohnt, hinter Solarmodule zu schauen. Denn obwohl in Deutschland gut 44 Gigawatt Leistung installiert sind, liefern die Anlagen rund 24 bis 28 Gigawatt. Der Grund: Der Wirkungsgrad der Anlagen nimmt mit zunehmender Temperatur der Module ab. Und was die theoretische Höchstleistung von gut 58 Gigawatt aus Windkraftanlagen betrifft: Bei langanhaltenden Hochdruckwetterlagen komme der Wind an Land und auf dem Meer und damit auch die Stromproduktion nahezu zum Erliegen, erklärt ein Sprecher des  Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft.

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