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Potsdam

Hochkultur auf Kosten der Musiker?

Potsdam. Landtagsabgeordnete diskutieren über auskömmliche Löhne in Brandenburger Orchestern.

Andreas Wenske ist Oboist. Zuweilen spielt er auch Orgel und Cembalo. Der Musiker ist nirgendwo fest angestellt, arbeitet freiberuflich. Bezahlt wird er für jedes einzelne Engagement. „Für ein zweitägiges Projekt, also drei Proben und ein Konzert, habe ich 210 Euro bekommen, inklusive Fahrtkosten“, schildert Wenske am Mittwoch im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Brandenburger Landtags eine seiner aktuellen Erfahrungen. „Für eine Probe habe ich aber über 100 Kilometer fahren müssen.“

Auf Initiative von SPD, Linken, Grünen und CDU diskutierte der Ausschuss am Mittwoch über einen Antrag, der sich für auskömmliche Löhne in Brandenburgs Orchestern einsetzt. So sollen sich öffentlich geförderte Orchester und Kulturprojekte bei der Bezahlung der Musiker künftig an den Mindeststandards der Deutschen Orchestervereinigung orientieren. „Das würde ein Honorar von 592 Euro vorsehen“, sagt Andreas Wenske.

Allerdings sieht der Antrag der Landtagsfraktionen auch Ausnahmen für Orchester vor, die gemeinnützig arbeiten – und Sonderregelungen für Aushilfen. Doch gemeinnützig arbeiten in Brandenburg viele Orchester. „Wenn wir eine Ausnahmeregelung für die Gemeinnützigen schaffen, haben wir nicht viel erreicht“, sagte die SPD-Kulturpolitikerin Ulrike Liedtke in der Anhörung. Sie setzt sich dafür ein, dass die Löhne der Musiker in den Zuwendungsbescheiden des Landes zur Auflage gemacht werden. „Jeder, der Geld vom Land bekommt, hat dann diese Auflage zu erfüllen.“

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