Drama in Potsdam-Mittelmarkt

Hündin nach Wolfsangriff eingeschläfert

Die lebenslustige Terrier-Hündin Angie hat einen Wolfsangriff nicht überlebt.FOTO: privat

Steinberg. In Steinberg im Landkreis Potsdam-Mittelmark hat erstmals ein Wolf einen Familienhund auf einem umzäunten Privatgrundstück attackiert – das Tier musste eingeschläfert werden. Der Amtsdirektor fordert Konsequenzen.

Jeden Tag fahren 40 000 Pkws und mehr als 10 000 Laster an Steinberg (Potsdam-Mittelmark) vorbei. Das Grundrauschen einer Autobahn, die nie schläft, hat neuerdings Konkurrenz bekommen. Es ist der vielstimmige Chor der Dorfhunde. Es gibt Nächte, in denen die vierbeinigen Alarmanlagen um die Wette winseln, jaulen und kläffen. Auch Angie schlug immer wieder seit Weihnachten in ihrem mit einem Stabgitterzaun gesicherten Revier Krach. Der Parson Russell Terrier war das, was man einen aufgeweckten Hund nennt: vital, unerschrocken und immer zu Späßen aufgelegt. Bis zu jenem Morgen, als Kerstin Schöbe frisches Blut vor ihrer Haustür entdeckte.

Sigrid Kabelitz (l.) hat sechs Kälber an den Wolf verloren. Kerstin Schöbe trauert ihrer Terrier-Hündin Angie nach.FOTO: Frank Bürstenbinder

Es passierte zur besten Aufstehzeit, als Nachbarn die Schnitten für die Schulkinder schmierten. „Auf der Suche nach Angie kam mir die Hündin entgegengehumpelt. Die linke Vorderpfote fehlte – abgefressen von einem Wolf“, berichtet die Steinbergerin. Was sie bei ihrer Vermutung so sicher macht, zeigt der Blick auf die tagelange Bildergalerie einer am Grundstückszaun montierten Wildkamera. Ein Wolfsfoto folgt dem nächsten. Aufgenommen nicht nur in tiefer Nacht, sondern auch in den Morgenstunden. Ungeniert wagen sich die grauen Räuber bis in die Nähe der Menschen.

Dieser Steinberger Wolf bewegt sich auf den Grundstückszaun von Kerstin Schöbe zu.FOTO: privat
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