Verbraucherschutz

Alarmstufe Rot: Afrikanische Schweinepest auf Vormarsch

Mehr Wildschweinen geht es in Deutschland an den Kragen. FOTO: Franziska Kraufmann / dpa

Cottbus. In Osteuropa werden stetig neue Fälle der Tierseuche registriert, Polen und Tschechien kämpfen gegen die Ausbreitung. Prävention ist das A und O, sagen Experten.

Von Georgien aus, wo die für Menschen ungefährliche Krankheit 2007 das erste Mal auftrat, über Russland, die Ukraine und das Baltikum nähert  sich die Seuche Westeuropa. In Polen und Tschechien ist sie bereits 2014 angekommen. Das Risiko, sie nach Deutschland einzuschleppen, sei sehr hoch, betont die FLI-Sprecherin. Dabei gehe Gefahr besonders von Menschen aus, erläutert Reinking. ASP könne bereits sehr schnell durch infizierte Essensreste mit rohem Schweinefleisch, die an Raststellen entsorgt werden, nach Deutschland eingetragen werden. So soll eine infizierte Wurststulle  Auslöser für den jüngsten Krankheitsausbruch in Tschechien gewesen sein. Denn Wildschweine suchen im Abfall nach Nahrung und können sich so anstecken. Auch Schuhe, Kleidung oder Jagdausrüstung mit Blut der Tiere seien eine Gefahr, das Virus zu verbreiten.

„Prävention ist das A und O“, sagt die Sprecherin des Bundesforschungsinstitutes. Dazu zählen Informationsveranstaltungen von Bundes- und Landesbehörden sowie der Landkreise, um Übertragungswege sowie Möglichkeiten des Schutzes aufzuzeigen.

Auch die Jagd auf die in Deutschland vielerorts sehr große Schwarzkittelpopulation wurde intensiviert. Abschussprämien, wie sie in Brandenburg und anderen Bundesländern gezahlt werden, sind ein Weg, dem Seuchenausbruch entgegenzuwirken. Weniger Wildschweine, die Virenüberträger sind, bedeute auch eine geringere Ansteckungsgefahr.

In Brandenburg neu ist seit Jahresbeginn außerdem das Zahlen einer Aufwandsentschädigung von 30 Euro für jede Probe, die Jäger von toten Wildschweinen nehmen und an das zuständige Untersuchungslabor senden, erklärt Landestierarzt Dr. Stephan Nickisch gegenüber der RUNDSCHAU. Wichtig sei es, so viel Untersuchungsmaterial wie möglich zu bekommen. Denn durch eine große Anzahl Proben stiegen die Chancen für eine Früherkennung der Krankheit und schnelles Handeln, um den Schaden zu begrenzen, erklärt Nickisch.

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